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Ein liebenswertes und (nicht nur für Fachübersetzer) nützliches Nachschlagewerk 
 
DUDEN 
Bildwörterbuch 
Deutsch und Polnisch 

 
ISBN 83-214-1110-X 
677 Seiten Text mit 384 Abbildungen + 212 Seiten Register. 
Preis ca. 80,- PLN (ca. 40,- DEM) 
© Deutscher Text und Zeichnungen: Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim, 1994 (4. Auflage) 
© Polnischer Text: Wydawnictwo "Wiedza Powszechna", Warszawa, 1998  

Unlängst war ich (der erstgenannte Rezensent) in meiner Lieblingsbuchhandlung, eine bessere ist meines Erachtens in Hamburg kaum zu finden. Bei Gelegenheit schaute ich mich selbstverständlich in der Wörterbuchecke um. Aha: Das DUDEN-Bildwörterbuch Deutsch und Englisch prangt von weitem, aus der Nähe ist auch das DUDEN-Bildwörterbuch Deutsch und Französisch sichtbar. Kein Wunder, dachte ich, das sind schließlich seit langem wohlbekannte und gefragte Standardwerke. Ich fragte nach dem Bildwörterbuch Deutsch und Polnisch von DUDEN. 

Der äußerst kompetente Verkäufer schaute in den Computer und sagte, nachdem ich ihm sogar die mir bekannte ISBN-Nr. 83-214-1110-X angegeben hatte, nach einer langen Weile: "Tut mir leid, ist hierzulande mit Sicherheit nicht zu haben". Etwas merkwürdig, dachte ich mir, nachdem mir der Verkäufer erklärt hat, er sei durchaus imstande, mir die weniger gängigen Versionen dieser Wörterbücher, das heißt zum Beispiel für die Sprachkombinationen Deutsch und Spanisch sowie Deutsch und Italienisch, innerhalb eines Tages zu besorgen. Ist der DUDEN-Verlag womöglich verlegen, die polnische Version des Wörterbuches im deutschen Buchhandel anzubieten? Der polnische Verlag verhält sich in dieser Hinsicht anders: Er bietet  das DUDEN-Bildwörterbuch in der Version Deutsch und Englisch in Polen mit einer Werbeseite in dessen deutsch-polnischer Ausgabe an. 

Wäre also nicht Herr Dr. Erich Lück, Bundesreferent für Wörterbücher im BDÜ, wäre ich an dieses Wörterbuch nicht gekommen. Er hat im MDÜ, Heft 1/99, in seinem interessanten Exposé geschrieben, daß er gerne Verlage um Besprechungsexemplare von Wörterbüchern bitten könne, deren Rezensionen Mitglieder des BDÜ übernehmen wollen. Dazu habe ich Herrn Dr. Lück Anfang März d. J. meine Bereitschaft erklärt. Ich wußte nämlich, daß das bekannte Bildwörterbuch von DUDEN mittlerweile auch in der Version Deutsch und Polnisch erschienen und seit Januar 1999 in Polen im Buchhandel erhältlich ist. Ich konnte es Anfang dieses Jahres bei meinem Berufskollegen in Polen durchblättern und fand es sehr interessant, wobei mir zugleich einige Schwachstellen aufgefallen sind. Herr Dr. Lück hat keine Mühe gescheut, mir dieses Wörterbuch auf Umwegen zu besorgen. Das Rezensionsexemplar wurde mir schließlich vom Copyrightnehmer des DUDEN-Verlags, dem bekannten polnischen Verlag "Wiedza Powszechna", Anfang Mai1999 zugesendet. 

Nun zur Sache. Die Bildwörterbücher von DUDEN sind ein Begriff, sie bedürfen keiner Rekommandation. Jeder Fachübersetzer weiß, wie hilfreich - bei technischen Texten sogar unerläßlich – eine Illustration ist, die mehr über den zu übersetzenden Text aussagt als umfangreiche bare lexikalische Beschreibungen oder Definitionen. Nicht von ungefähr wird gesagt, die technische Zeichnung sei die Verständigungssprache der Ingenieure. Die Zeichnungen sind daher in diesem Wörterbuch das wichtigste Hilfsmittel für den Übersetzer. In ihrer Übersichtlichkeit und Klarheit sind sie nämlich schlichtweg nicht zu übertreffen, auch wenn es um äußerst komplizierte Dinge geht, wie zum Beispiel um ein Steinkohlenbergwerk (Bildtafel 144 auf Seite 253). 

Die 384 Bildtafeln (darunter einige farbige) betreffen viele Bereiche unseres Lebens und unserer Umwelt. Sie sind in einzelnen Kapiteln, wie zum Beispiel Atom, Weltall, Erde; Mensch und soziale Umwelt; Natur als Umwelt; Land- und Forstwirtschaft; Handwerk und Industrie; graphisches Gewerbe; Verkehrs- und Nachrichtenwesen; Büro, Bank, Börse; Öffentlichkeit und Gemeinwesen; Freizeit, Spiel, Sport; Unterhaltung und Kultur; Tiere und Pflanzen, zusammengefaßt. Diese Tafeln werden mit insgesamt 27 500 Stichwörtern erläutert, die getrennt in einem deutschen und einem polnischen Register (96 bzw. 117 Seiten) zusammengefaßt sind. Dies ist der zweite wichtige Vorteil dieses Werkes: Es ist nicht nur ein handliches Kompendium menschlichen Wissens, sondern auch ein sehr hilfreiches, vorbildlich illustriertes, deutsch-polnisches und polnisch-deutsches, Fachwörterbuch. 

Der polnische Copyrightnehmer hatte den deutschen Ausgangstext samt Abbildungen aus dem Jahr 1994 ohne Änderungen zu übernehmen. Er konnte also aus urheberrechtlichen Gründen daran nichts ändern. Dabei war wohl die deutsche Ausgabe seit langer Zeit nicht mehr auf dem letzten Stand der Dinge. Die polnische Version ist Ende des Jahres 1998, also vier Jahre später erschienen. Das ist die wesentliche Schwäche dieses Werkes: Es wirkt, besonders in den schnellveränderlichen Bereichen des Alltagslebens, etwas rührend-nostalgisch (damit ist beileibe nicht die wunderschöne Bildtafel "Flohmarkt" auf Blatt 309 gemeint!). Auch ist der polnischen Ausgabe eine gewisse Unausgewogenheit der durch Abbildungen und Begleittexte sehr anschaulich erläuterten Sachgebiete nicht anzulasten, denn dies ist auch eine Schwäche der Ausgangssituation. Das fällt zum Beispiel auf, wenn man vergleicht: Jagd, Jagdwaffen und Jagdgeräte sind auf vier Seiten illustriert und mit 141 Begriffen erläutert. Dem bereits erwähnten  Steinkohlenbergwerk ist hingegen lediglich eine Illustration gewidmet, die mit 51 Begriffen erläutert wird. Nur um ein anderes, den Alltag viel mehr betreffendes Beispiel zu nennen: Die Bank ist auf einer halben Seite abgebildet und wird mit 29 Begriffen erläutert, das Fahrrad hingegen füllt zwei Seiten mit zwei Abbildungen aus, die mit 86 Begriffen erläutert werden. Nebenbei: Abgebildet ist ein Herrentourenrad, das insgesamt ziemlich archaisch anmutet - mit der heutzutage bei Tourenrädern unumgänglichen Gangschaltung (polnisch "przerzutka") ist es zum Beispiel nicht ausgestattet. 

Freilich, das Aktualisieren dieses Werkes für jede Neuauflage (von denen bisher vier erschienen sind) ist auch für das renommierte Bibliographische Institut & F. A. Brockhaus, Mannheim, welches die Schutzrechte für die Bezeichnung DUDEN hat, eine wahrhaftige Sisyphusarbeit, die nicht ohne Verzug zu bewältigen ist. Das kann man sich veranschaulichen, wenn man am Ende im Wörterbuch liest, daß sich dieses Verlagshaus für die Unterstützung und Mitarbeit bei ungefähr 800 Firmen, Institutionen und Privatpersonen zum Dank verpflichtet fühlt,  angefangen bei ADB GmbH, Bestwig, über Durst AG, Bozen (Italien), Van Katwijk's Industrieën (Holland) und bei den Zündapp-Werken, München, endend. Nun, die traditionsreichen Zündapp-Werke mußten bei der Motorradherstellung ihr Feld vor den Japanern meines Wissens vor etwa 25 Jahren endgültig räumen und existieren seit Jahren nicht mehr. Die Firmen Honda, Yamaha, Suzuki, Kawasaki u. ä., aber auch BMW, geschweige denn Harley Davidson, tauchen in dieser imponierenden Danksagungs-Auflistung nicht auf. Kein Wunder, daß auch die Motorräder auf den diesbezüglichen Abbildungen im Wörterbuch den nunmehr 65-jährigen Verfasser dieser Worte sehr an seine Jugend erinnern. 

Die polnische Übersetzung ist ein Gemeinschaftswerk von fünf Fachübersetzerinnen und neun Fachübersetzern sowie von 21 Konsultanten (darunter vier weiblichen Geschlechts), das heißt von insgesamt 35 Personen. Das sind rein arithmetisch knapp 2000 Begriffe pro Übersetzer bzw. etwa 1300 pro Konsultanten. Angesichts der Fülle von Fachbegriffen aus sehr unterschiedlichen Gebieten wurde der Personenkreis, der diese Aufgabe zu bewältigen hatte, wahrscheinlich aus Koordinationsgründen, sehr eng gehalten. 

Nun zu den Übersetzungen in einigen Fachbereichen. Die Verfasser haben sich die Aufgabe gestellt, in diese Rezension nicht nur ihr linguistisch-lexikalisches Wissen, sondern auch ihr durch jeweils unterschiedliche Ausbildung und Berufskenntnisse gewonnenes Fachwissen einzubringen. Der erstgenannte, der durch die Gnade seiner Geburt als Oberschlesier zweisprachig aufgewachsen ist und in Polen akademisch ausgebildet wurde, ist seit 9 Jahren freiberuflich als Fachübersetzer und Gerichtsdolmetscher tätig, nachdem er in seinem erlernten Beruf als Diplom-Bergingenieur 22 Jahre in Polen und 11 Jahre in Deutschland berufstätig war. Er hat nachfolgend den Bereich Bergbau rezensiert. Seine beiden Söhne, ebenfalls gebürtige Oberschlesier, für die weder die deutsche noch die polnische Sprache Fremdsprachen sind, wurden in beiden Ländern schulisch ausgebildet, haben in Deutschland, bzw. in Deutschland und Polen studiert und in Deutschland promoviert. Für sie sind die Bereiche Bankwesen und Börse bzw. Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Architekturgeschichte in ihrer hauptberuflichen Tätigkeit tägliches Brot. Übersetzer bzw. Dolmetscher sind sie nebenbei. 

Fangen wir also mit dem Bergbau an: Wir schlagen das Wörterbuch auf Seite 252-253 auf, haben auf der rechten Seite die schon erwähnte Zeichnung des äußerst komplizierten Gebildes eines Steinkohlenbergwerkes, von denen etliche seinerzeit in Polen Objekte nationalen Stolzes waren, heutzutage hingegen allesamt Sorgenkinder der polnischen Wirtschaft geworden sind (ohne Anführungsstriche bitte, was die gegenwärtige polnische Wirtschaft betrifft!). Ein Steinkohlenbergwerk im übertägigen Teil ist sicher ein sehr gewöhnlicher Anblick in Oberschlesien. Damit ist auch der Laie recht vertraut. Solche Begriffe wie "Förderturm", "Fördergerüst", "Grubenlüfter", Wetterschacht", "Bergehalde" - insgesamt 20 Begriffe - wurden mit einer Ausnahme durchweg korrekt übersetzt. Die "Aufbereitungsanlage" als 
 
zu übersetzen, ist jedoch ziemlich schockierend. Ins Deutsche rückübersetzt würde es etwa "Vorbearbeitungsanlage" bedeuten, wobei auch in der polnischen Übersetzung ungewiß bleibt, was in einer solchen Anlage "vorbearbeitet" wird. Tatsächlich wird in der Aufbereitungsanlage die Rohkohle vorwiegend mechanisch oder auch durch Flotation, d. h. physiko-chemisch, von Verunreinigungen (bergmännisch "Berge" oder "taubes Gestein") getrennt. Diese sehr wichtige Übertageanlage heißt polnisch 
 
oder 
 
Das untertägige Grubengebäude ist hingegen einem Laien unzugänglich und auch kaum vorstellbar, es ist aber auf der Tafel für einen Fachmann mustergültig dargestellt, vor allem wenn es um die Abbauverfahren geht, von denen die aufgezeichneten und erläuterten allesamt in einem einzigen Bergwerk wohl nirgendwo auf der ganzen Welt zu finden sind. Die Begriffe "steile Lagerung" bzw. "flache Lagerung" machten dabei dem Übersetzer offensichtlich gewisse Schwierigkeiten. Sie stammen nämlich aus der Klassifikation der Kohleflöze nach ihrer Neigung gegenüber der Horizontalebene (Einfallen). Man unterscheidet also zwischen flach gelagerten Flözen (0 bis 20 gon), geneigt gelagerten, stark geneigt gelagerten und steil gelagerten Flötzen (von 60 bis 100 gon). Flach gelagerte Flöze müssen also nicht horizontal gelagert sein, was der Übersetzer unterstellt und somit so übersetzt hat, ähnlich wie ein steil gelagertes Flöz nicht nur "schräg", wie übersetzt, sondern sogar lotrecht gelagert sein kann. Somit ist der "Hobelstreb in flacher Lagerung" nicht  (wörtlich rückübersetzt "Hobelstreb bei waagerechter Lagerung des Flözes"), sondern 
 
Ähnlich ist der "Abbauhammerstreb in steiler Lagerung" nicht 
 
(rückübersetzt "mit einem Drucklufthammer abgebauter Streb an einem schräg gelagerten Flöz"), sondern 
Nebenbei handelt es sich in diesem Fall um ein, jedenfalls in Deutschland und in Polen, historisches Abbauverfahren, in dem die Kohle von mehreren Strebhauern mit Drucklufthämmern gewonnen wurde. Der Übersetzer hat es so verstanden, als würde das mit einem einzigen Abbruchhammer im Einmannbetrieb gemacht. Ähnlich ist der "Rammstreb in steiler Lagerung" ein Abbau- bzw. Gewinnungsverfahren, welches auch eher zur Vergangenheit gehört. Das ist selbstverständlich nicht dem Übersetzer anzulasten. Jedoch ist die Übersetzung als  
ziemlich unbeholfen, denn rückübersetzt würde das etwa "mit einer schrägen Ramme gewonnener Streb an einem schräg gelagerten Flöz" bedeuten. Korrekt übersetzt wäre 
 
Noch am besten ist es dem Übersetzer mit dem "Schrämstreb in flacher Lagerung" gegangen. Er hat diesen Begriff als 
 
übersetzt. Wörtlich rückübersetzt bedeutet es etwa "ein mit einer Schrämmaschine gewonnener Streb an einem waagerecht liegendem Flöz". Ein Bergmann kann sich auf diese Übersetzung zwar einen Reim machen, er weiß durchaus, worum es geht, aber korrekt ist das nicht. Ein Streb wird nämlich nicht gewonnen, sondern abgebaut, ein Flöz liegt nicht, sondern ist gelagert, ein Streb ist nicht "an", sondern "in" einem Flöz. Die korrekte Übersetzung lautet: 
 
Zur deutschen Ausgabe des Wörterbuches, die der polnischen Übersetzung zugrunde lag, wäre dazu noch zu sagen, daß auf der diesbezüglichen Stelle (Pos. 34) der Abbildung bei genauer Betrachtung keine  Schrämmaschine 

sondern ein Walzenschrämlader (polnisch "kombajn bebnowy") 
erkennbar ist. Danach könnte der Begriff korrekt auch als "sciana kombajnowa w pokladzie slabo nachylonym" übersetzt werden. Das geht jedoch aus der deutschen Erläuterung zur Pos. 34 der Abbildung nicht hervor. Ansonsten ist eine Wendelrutsche kein  
(rückübersetzt "Schraubengleitförderer"), sondern heißt polnisch "zsuwnia spiralna". Der Füllwagen in der Kokerei heißt nicht "wagonik zaladowczy", sondern "zasypnica". Diesen Begriff hätte der Übersetzer übrigens korrekt aus dem deutsch-polnischen wissenschaftlich-technischen Wörterbuch entnehmen können. 
 Blättern wir also im Bildwörterbuch weiter. Wir finden auf den Seiten 273 die Bildtafel "Kernenergie" und dazu links auf Seite 272 die erläuternden Begriffe (83 an der Zahl, gar nicht schlecht, beim Steinkohlenbergwerk sind es nur 51). Die Begriffe 57-68 betreffen "die geologischen Verhältnisse des als Lagerstätte für radioaktive Abfälle (Atommüll) eingerichteten aufgelassenen Salzbergwerks" Die Bezeichnung "Lagerstätte für radioaktive Abfälle" macht den Bergmann etwas stutzig. Er schaut ins Wahrig-Wörterbuch. Dort steht unter "Lagerstätte" geschrieben: "Ansammlung nutzbarer Bodenschätze". Radioaktive Abfälle können wohl kaum dazu gezählt werden. Nun, was hat der Übersetzer daraus gemacht? Er hat den Fehler aus dem deutschen Text nicht übernommen, sondern sinngemäß korrekt "Endlager" übersetzt, wobei es so eines in Polen gar nicht gibt und zum Glück auch hoffentlich niemals geben wird! Seine Übersetzung ist äußerst korrekt und lautet: "struktura geologiczna wyeksploatowanej kopalni soli zaadaptowanej na skladowisko odpadów radioaktywnych". Chapeau bas! In der Übersetzung der nachfolgenden Begriffe sind dann doch noch zwei Patzer: Das Obere Perm heißt polnisch "perm górny" und nicht "perm górski" (das würde rückübersetzt "Gebirgsperm" bedeuten). "Übertagebauten" sind polnisch "urzadzenia powierzchniowe", nicht "wieze szybowe", denn das bedeutet "Fördergerüste", von denen auf der Bildtafel nur eines dargestellt ist. Zu den abgebildeten "Übertagebauten" hingegen gehörten darüber hinaus auch noch die neben dem Fördergerüst sichtbare Fördermaschine (polnisch "maszyna wyciagowa") und die unter dem Fördergerüst untergebrachte Schachthalle (polnisch "nadszybie"). 

Blättern wir noch etwas im Bildwörterbuch weiter, so finden auf Seite 278 die Bildtafel "Steinbruch". Die wiederum sehr anschauliche Abbildung ist durch 38 Begriffe erläutert. Darunter ist das "anstehende Gestein". Es wurde als "sciana wydobywcza" übersetzt (in der bergmännischen Fachsprache rückübersetzt "Gewinnungsstreb" - ein Begriff, der nur für den Untertagebergbau zutreffend ist). Dabei hat der Übersetzer wahrscheinlich nicht an den bergmännischen Begriff "Streb" gedacht, der polnisch "sciana" heißt, denn das bedeutet zugleich in der polnischen Umgangssprache "Wand". Er hat wohl trügerischerweise den Begriff "Wand" aus der Umgangssprache übernommen und das "anstehende Gestein" als "Gewinnungswand" übersetzt, wozu ihn die Abbildung verleitet hat. Dort ist nämlich das "anstehende Gestein" tatsächlich eine steile "Felswand". Korrekt übersetzt heißt das "anstehende Gestein" polnisch "calizna skalna". 

Soviel hätte ein alter Bergmann zum DUDEN-Bildwörterbuch Deutsch-Polnisch zu sagen. Aus der kritischen Beurteilung seines Fachgebietes sollte hier keineswegs der Schluß gezogen werden, alle anderen Gebiete der Technik seien in ähnlicher Weise mit Unzulänglichkeiten belastet, wie das soeben besprochenene. Vielmehr ist festzuhalten, daß es hier um ein sehr spezifisches, hermetisches sprachliches Randgebiet geht, welches berühmt-berüchtigt als "Fachchinesisch" der Bergleute bezeichnet wird. Es ist nicht verwunderlich, daß dieses Gebiet nicht zu den besonderen Stärken der zuständigen Fachübersetzer gehörte. 

Der zweitgenannte Rezensent, beruflich in einem Kreditinstitut beschäftigt, kommt bei der Rezension der Themen "Bank" und "Börse" auf folgende Gedanken. Fangen wir mit der Bildtafel "Bank" (Seite 438) an. Darunter sind die zugehörigen Begriffe (insgesamt 29) in beiden Sprachen angeführt. Die Abbildung zeigt die Kundenhalle einer Bank. Auch diese Abbildung wirkt - wie das schon erwähnte Fahrrad - ziemlich veraltet. Sie entspricht - und das ist jedem, der Kunde eines deutschen Kreditinstitutes ist, klar - dem Stand der Technik im deutschen Kreditgewerbe der späten siebziger Jahre. 

Auf der Abbildung fehlt in der Kundenhalle der Bank jegliche Spur der dort inzwischen allgegenwärtigen Computerisierung. Noch nicht zu sehen ist zum Beispiel der Geldautomat, der mittlerweile auch in Polen zur Ausstattung jeder Bankfiliale gehört. Die polnische Sprache hat übrigens dafür einen sehr zutreffenden Neologismus erfunden - dieses Ding heißt dort "bankomat". Ebensowenig ist ein Kontoauszugsdrucker zu sehen oder eine Beratungsecke. Ansonsten ist auf der Abbildung ein Wechsel dargestellt, der wie aus dem erkennbaren Datum ersichtlich, im Jahr 1978 ausgestellt wurde. Das Ausstellungsdatum des Wechsels bestätigt den Eindruck, daß die Abbildungen eher die siebziger als die späten neunziger Jahre illustrieren. Im übrigen hat der Verfasser, der inzwischen über zehn Jahre im Bankgewerbe tätig ist, physisch noch nie einen Wechsel gesehen und fragt sich deswegen, inwieweit es gerechtfertigt ist, daß knapp die Hälfte (12 von 29) der erläuterten Begriffe sich auf den Wechsel beziehen, der keine große Bedeutung mehr hat. 

Die Abbildung einer einfachen Überweisung, eines Kontoauszuges oder anderer Dinge, die wesentlich besser die Arbeit in einer Bank oder die Beziehung eines Kunden zu seiner Bank illustrieren, fehlen hingegen ganz und gar, somit auch die Übersetzung der diesbezüglichen Begriffe (z. B. "Bankleitzahl"). Dafür ist jedoch das Register, wie schon erwähnt, sehr nützlich: Dort kann man beispielsweise den Begriff "Kontoauszug" finden. Von denen befinden sich mehrere in materieller Form in einem Ordner auf dem Schreibtisch, der auf der Bildtafel "Büro III" auf Seite 433 zu sehen ist (auch gut!). 

Was die Übersetzung der Begriffe selbst betrifft, so sind sie, ähnlich wie die zu der auf der nächsten Seite abgebildeten Börse gehörigen, sehr gut getroffen. Lediglich in einem Fall wäre die unvollständige Übersetzung des Begriffes "Hologramm, ein Weißlichthologramm (Regenbogenhologramm)" zu bemängeln. Übersetzt wurde nur das Wort "Hologramm", Weißlichthologramm  (Regenbogenhologramm)" wurden dabei außerachtgelassen. Die vollständige Übersetzung dieses Begriffes lautet:  "hologram, hologram widoczny w swietle achromatycznym (hologram teczowy)". 

Rechts von der Abbildung der Bank befindet sich die Abbildung der Börse (Seite 251). Wenn ein Laie im Fernsehen bei den letzten weltweiten Finanzkrisen immer wieder die aufgeregt beschäftigten Händler an den Börsen in Frankfurt, in Tokio, in Hongkong oder an der Wall Street in New York gesehen hat, so verfolgte er das Geschehen wohl meistens mit gemischten Gefühlen zwischen Angst und Bangen (um seine etwaigen Geldanlagen) und Ehrfurcht (vor den "jungen wilden" Leuten, die - einheitlich bunt bekleidet - auf dem sog. Börsenparkett tobten oder in unendlichen Reihen vor ihren Bildschirmen hockten). Die Sprache der Börsenmakler ist nämlich noch mehr "fachchinesisch" als die der Bergleute. Schauen wir also mal in den DUDEN, wie dort die Börse aussieht (Bildtafel auf Seite 439) und was es dort an Erläuterungen in deutscher und polnischer Sprache gibt. Vorweg: Auch die Börse sieht hier, ähnlich wie das schon erwähnte Fahrrad, auf den ersten Blick recht altmodisch aus. Die "Computerisierung" des Börsensaals wirkt mehr als bescheiden. Also wieder eine veraltete Abbildung? Der erste Eindruck täuscht jedoch: Die viereckigen "Öffnungen" in den Maklerschranken (eine typische Einrichtung der deutschen Präsenzbörsen, die sich jedoch in anderen Ländern aufgrund anderer Börsenstrukturen nicht wiederfindet) sind Computerbildschirme. Dies erschließt sich jedoch nur jemandem, der weiß, daß die Abbildung dem Börsensaal der Frankfurter Börse nachempfunden ist. Auch die anderen Details der Abbildung entsprechen der Frankfurter Börse. 

Die abgebildete Aktie der Dresdner Bank (aus dem Jahr 1957) gehört sicherlich zu den deutschen Standardwerten. Ein Geldanleger bekommt jedoch heutzutage seine Aktien überhaupt nicht zu sehen, stattdessen erhält er bei der Bank einen Computerausdruck aus seinem Wertpapierdepot. Auch die Wertpapierhändler bekommen die gehandelten Wertpapiere in der Regel gar nicht zu Gesicht. So hat beispielsweise der Rezensent, obwohl selbst einige Jahre im Wertpapierhandel tätig, eine Aktie physisch genauso wenig gesehen wie einen Wechsel. 
Die Abbildung ist mit neunzehn Begriffen erläutert. Das ist in der heutigen Zeit ziemlich wenig. Hinzu kommt, daß - ähnlich wie bei der Bankabbildung - knapp die Hälfte (9 von 19) der erläuterten Begriffe sich auf die in heutiger Zeit wenig relevante Abbildung der Aktie bezieht. Zwar sind die meisten Begriffe im Börsenhandel sehr abstrakt, doch gehören solche wie z. B. "DAX", "XETRA", geschweige denn "Telekom-Aktie" oder "Neuemission" auch für viele Kleinanleger hierzulande zum Alltag. Diese Begriffe können durchaus auch bildlich dargestellt werden. In Polen ist der Wissensbedarf über die Börse enorm. Da wäre mit einer zeitgemäßen Abbildung des Börsenwesens mit den dazu gehörenden modernen Begriffen eine Lücke gefüllt. Schließlich ist die Börse nunmehr auch in Polen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, wobei polnische Aktien, wie z. B. der unlängst nach deutschem Muster privatisierten "Telekomunikacja Polska S. A.", auch dort, ähnlich wie hierzulande die deutsche Telekom-Aktie, zu den von Kleinanlegern begehrten Wertpapieren gehören. 

Nun zu den Begriffen und deren Übersetzungen. Sie sind allesamt bemerkenswert gut übersetzt. Man sieht, daß hier ein Fachmann (eine Fachfrau? - die Bankbranche ist in Polen sehr stark feminisiert) am Werk war. Zu beanstanden wäre höchstens, daß der "vereidigte Kursmakler" in Deutschland offiziell "amtlicher Kursmakler" heißt und der "Handelsmakler" eine ungebräuchliche Bezeichnung ist. Aus der polnischen Übersetzung " makler bankowy" wird deutlich, daß es bei dem "Handelsmakler" um einen "Wertpapierhändler" geht, wie üblicherweise in Deutschland die Bankangestellten, die zum Börsenhandel zugelassen sind, bezeichnet werden. 

Manche der Begriffe haben jedoch auch in diesem Fall nur eine historische Bedeutung. Wie groß ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, daß ein Benutzer des Bilderwörterbuches (z.B. ein Übersetzer) tatsächlich mit einem Erneuerungsschein einer effektiv ausgedruckten Aktie (deutsch "Talon", polnisch "talon") in Berührung kommt? 

Was bleibt also zum Thema Bank und Börse unter dem Strich zu sagen? Auf der einen Seite hat der Verfasser das Gefühl - aber vielleicht ist es nur seine verletzte Eitelkeit, schließlich arbeitet er seit Jahren in einer Bank -, daß diese wichtigen Bereiche des täglichen Lebens mit nur zwei Tafeln von insgesamt 384 nicht den angemessenen Raum bekommen haben. Oder ist etwa das bereits erwähnte Thema "Jagd, Jagdwaffen und Jagdgeräte" mit vier Bildtafeln bzw. 141 Begriffen in der heutigen Zeit so viel wichtiger als das Bank- und Börsenwesen zusammen? Auf der anderen Seite ist zu betonen, daß die wenigen Begriffe die behandelt wurden, ausgezeichnet übersetzt sind. 

Der drittgenannte Verfasser hat sich vor allem der Bereiche Kirche, Architektur und bildende Kunst (Tafeln 330-340) angenommen. Nunmehr folgen seine Anmerkungen zum Wörterbuch. Im Vergleich zu den Spezialisten für Bergbau und Bankwesen kommt der Kunsthistoriker zu einer weitaus positiveren Beurteilung des Bildwörterbuchs. So berechtigt ohne Zweifel die Klage des Ökonomen über die allzu stiefmütterliche Behandlung der wichtigen Themen Bank und Börse ist, so müßte sich ein Kunstwissenschaftler den Vorwurf der professionellen Egozentrik einhandeln, wenn er behaupten wollte, daß sein Gebiet in dem Kompendium nicht hinreichend berücksichtigt würde. Den Gattungen Architektur, Bildhauerei, Malerei und Graphik widmet das Wörterbuch immerhin acht Tafeln (333-340), einige weitere Tafeln zu verwandten Themenbereichen, etwa zu Kirche (330-332), Haus und Haustypen (37), Baustelle (118-119), Zimmermannshandwerk (120), Dach, Holzverbände (121), Dach und Dachdecker (122) u. a., liefern eine Fülle ergänzender Informationen. 

Am umfangreichsten ist die kunstgeschichtliche Fachterminologie im Bereich Architektur und Architekturdekor. So ist es folgerichtig, wenn das Wörterbuch gerade hierzu besonders reichhaltiges Material bietet. Auf den Tafeln 333-337 informiert es über die Baukunst einzelner Epochen bzw. historischer Zentren - von Ägypten, Babylon, Persien und Assyrien über Griechenland, Etrurien, Rom, das Frühchristentum, Byzanz, Romanik, Gotik, Renaissance, Barock und Rokoko bis zur chinesischen, japanischen, islamischen und schließlich indischen Baukunst. Die sehr instruktiven Schaubilder und die dazugehörigen Termini sind gängigen, anerkannten Architekturlexika entnommen - ein Verfahren, das eine gewisse Genauigkeit und Zuverlässigkeit garantiert. 

Freilich kam es bei der Übertragung in einigen Fällen zu Mißverständnissen, die den Benutzer aufs Glatteis führen. So sind in den Zeichnungen 334/8 und 334/9 nicht, wie in der Legende angegeben, allein die dorische und die ionische Säule 
 
dargestellt, sondern die dorische und ionische Ordnung einschließlich des aus Architrav, Fries und Kranzgesims bestehenden Gebälks, das bekanntlicherweise auf einer Säule ruht und nicht ihr Bestandteil ist. Der für die antike Baukunst zentrale Begriff der Ordnung (polnisch "porzadek"), dessen sich die polnische Kunstgeschichte im übrigen wesentlich häufiger bedient als die deutsche, kommt hier indes überhaupt nicht vor, und der Terminus Gebälk (polnisch "belkowanie") wird an anderer Stelle - völlig falsch - einem Dachsparren zugeordnet. 

Ein kardinaler Fehler unterlief den Autoren bei den Erläuterungen zum gotischen Sakralbau. Eine doppeltürmige Westfassade (polnisch: "fasada zachodnia") wurde hier  mit einem Westwerk gleichgesetzt (335/22), einem Terminus der deutschen Kunstgeschichte, für den keine polnische Entsprechung gefunden wurde. Gut so, denn er hat an dieser Stelle nichts zu suchen. Wohl läßt sich die Westfassade einer gotischen Kirche als Westbau bezeichnen, unter keinen Umständen jedoch als Westwerk. Hierbei handelt es sich um einen architektonisch und liturgisch selbständigen Vorbau mit einem überhöhten, von Emporen umgebenen Mittelraum - eine Besonderheit der karolingischen und ottonischen Baukunst, der nur noch in der Romanik ein gewisses Weiterleben beschieden war. Ebenso unzulässig ist die in der Legende zu derselben Zeichnung vorgenommene Gleichsetzung einer Fensterrose mit einer Rosette (335/23). Erstere ist ein großes, mit Maßwerk gefülltes Rundfenster, letztere ein kleines, stilisiertes Blütenornament, das in gotischer Zeit vorwiegend als Dekoration von Gewölbeschlußsteinen auftritt. Übrigens zeigt sich an dieser Stelle abermals, daß die polnische Architekturterminologie bisher weniger ausgebaut ist als die deutsche. Denn so falsch im Deutschen die Gleichsetzung von Fensterrose und Rosette ist, so sind die Übersetzungen mit 
 
für beide Elemente gleichermaßen zutreffend. Mit 
 
werden im Polnischen sowohl eine Fensterrose als auch eine Rosette bezeichnet, auf eine klare terminologische Unterscheidung der beiden Elemente, denen letztlich nur ihre runde Form gemeinsam ist, wird verzichtet. 

Es gehört wohl zum - fragwürdigen - Wesen des Rezensierens, daß der Rezensent seine Aufmerksamkeit geradezu reflexartig stärker auf die Schwächen als auf die Stärken des Werkes richtet. So ließen sich an dieser Stelle natürlich noch einige weitere Ungereimtheiten und Lapsi aufzählen, die sicherlich nur die wenigsten Leser interessieren. Gleichwohl bleibt festzuhalten, daß der Architekturterminologieteil des Wörterbuchs alles in allem ein ausgesprochen gediegenes Wissen vermittelt, mit dem ein Übersetzer sehr gut arbeiten und ein Kunstgeschichtsstudent womöglich sogar Prüfungen in Architekturgeschichte bestehen kann (allerdings eher in Deutschland als in Polen, wo man es mit Lehrbuchwissen und Terminologie traditionell viel strenger nimmt). 

Von Interesse für den Architekturhistoriker ist  auch ein Blick auf die Schautaufeln zum Thema Kirche (330-332) mit ihren ausführlichen Angaben zur Innenausstattung (separat für ein katholisches und ein protestantisches Gotteshaus), zum Außenbau mit seinem Umfeld, zur Liturgie und zum Gemeindeleben. Was die Tafeln zur Baukunst an begrifflicher Schärfe und Präzision leisten, wird hier allerdings stellenweise verunklärt. So entnehmen wir einer Zeichnung zur Architektur der Romanik in wünschenswerter Eindeutigkeit, daß das meist an der Ostseite befindliche, liturgische Zentrum einer Kirche Chor (polnisch: "chór", "prezbiterium") heißt und häufig mit einer Apsis (polnisch "apsyda") abschließt (335/4/5). In einer Tafel zum Thema Kirche hingegen wird eine eindeutig identifizierbare Chorapsis wahlweise als Sakristei (polnisch "zakrystia") bzw. schlicht als ein Anbau (polnisch: "przybudówka") bezeichnet (331/13). Daß dieser "Anbau" im Osten eines Gotteshauses nie und nimmer eine Sakristei beherbergen kann, ist natürlich gerade für einen polnischen Benutzer ganz offenkundig. Überhaupt ist dieser Teil des Wörterbuchs erstaunlich unausgewogen. Eine protestantische (evangelische) Kirche wird zutreffend mit "kosciól protestancki (ewangelicki)" übersetzt, es fehlt jedoch der ebenso gebräuchliche Begriff "zbór". Für den Pfarrer werden verschiedene Übersetzungen angeboten, nicht jedoch die gängigste, nämlich  

Sparsamer als zur Architektur sind die Angaben des Wörterbuchs zu den übrigen Kunstgattungen. In den Tafeln zum Thema Mal- und Zeichenatelier (338), Bildhaueratelier (339) und graphische Kunst (340) werden zwar recht genau die Techniken und die Utensilien behandelt, allerdings erhält der Leser keine Hilfestellung für die Beschreibung eines Bildes oder einer Skulptur. Begriffe wie Perspektive, Bildvordergrund, Bildhintergrund, fehlen ebenso wie Kontrapost, Stand- und Spielbein etc. In die Erläuterungen zur den graphischen Künsten hat sich ein kleiner, aber auffälliger Fehler eingeschlichen: Als Einblattdrucke bezeichnet man Flugblätter des 15. und 16. Jahrhunderts, die Vorläufer der Zeitungen waren. Auf polnisch läßt sich der Terminus mit "pismo ulotne", allenfalls mit "ulotka" übersetzen. Auf keinen Fall stichhaltig ist jedoch die angebotene Übersetzung "odbitka" (340/27), was nicht mehr als Abdruck bzw. Abzug bedeutet. 

Wer an moderner Kunst interessiert ist, kommt im Bildwörterbuch indes überhaupt nicht auf seine Kosten; neue Gattungen wie Videokunst, Installation, Happening, Land Art und dergleichen kommen ebensowenig vor wie das Galeriewesen und der Kunsthandel. Den Autoren ist dies kaum zu verübeln, da sich die entsprechenden Begriffe kaum anschaulich visualisieren lassen. 

Die Anschaffung des Wörterbuchs ist für alle, die sich - sei es beruflich, sei es aus privatem Interesse - mit der deutsch-polnischen Kunstterminologie beschäftigen, dringend zu empfehlen, zumal es für dieses Gebiet, im Unterschied etwa zu Naturwissenschaften, Technik, Recht und Wirtschaft, keine Spezialwörterbücher gibt. Soviel zu den für die Kunstgeschichte relevanten Teilen des Wörterbuchs. 

Zum Schluß noch eine kritische Bemerkung zur Buchbindung der polnischen Ausgabe. Der Einband ist für ein häufig benutztes Nachschlagewerk etwas schwach ausgeführt. Das Buch wurde in Polen für den Versand zwar sorgfältig verpackt, hat aber die offensichtlich rüde Behandlung durch die Post nicht ganz schadlos überstanden. Der Leim zwischen dem Einband, der Einbanddecke, dem Buchrücken und dem Kapitalband (Fachausdrücke siehe "Buchbinderei III" im Wörterbuch) hat sich als zu schwach erwiesen. Der kraftschlüssige Verbund der genannten Elemente bestand nach Eintreffen des rezensierten Exemplars des Wörterbuches nicht mehr einwandfrei. 

Fazit  

Kein menschliches Werk kann vollkommen, das heißt frei von Unzulänglichkeiten sein - die hier hervorgehobenen mindern den Wert des rezensierten Werkes nur unerheblich. Das Bildwörterbuch DUDEN Deutsch und Polnisch sollte sich in der Bibliothek eines jeden sich selbst achtenden Übersetzers jenseits und diesseits der Oder befinden. Schade, daß dieses Buch - wie eingangs erwiesen - diesseits der Oder im Buchhandel nicht zu haben ist. 
 
 

Dipl. Ing. Peter Bartetzky
(Jahrgang 1934)
Bergbauingenieur,
staatlich geprüfter Übersetzer,
allgemein beeidigter Dolmetscher für die Landgerichtsbezirke Hannover und Lüneburg,
Mitglied des BDÜ - LV Bremen und Niedersachsen
Anschrift: Salomon-Heine-Weg 40
20251 Hamburg
 
Dr. rer. pol. Peter Bartetzky (jun.)
(Jahrgang 1961)
Dipl.-Ökonom und staatlich geprüfter Übersetzer
Anschrift: Salomon-Heine-Weg 38a
20251 Hamburg
 
Dr. phil. des. Arnold Bartetzky
(Jahrgang 1965)
Kunsthistoriker, staatlich geprüfter Übersetzer, allgemein beeidigter Dolmetscher am Landgericht Berlin, Mitglied des BDÜ - LV Sachsen
Anschrift: Fregestr. 24
04105 Leipzig
 
 

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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 19.12.2003