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Rezensionen
einmal anders - unterhaltend und informativ
Ein modernes
Nachschlagewerk für die technische Kommunikation
Itl-Lexikon für technische Kommunikation
Kann ein Klammeraffe irgendetwas mit technischer Kommunikation zu tun haben? Der Rezensent hätte es nicht gedacht, bevor ihm das „itl-Lexikon für technische Kommunikation“ während der Internationalen Fachtagung für Translationsqualität in Leipzig (28.-29.10.1999) in die Hände gefallen ist. Im klassischen Wahrig-Wörterbuch (Bertelsmann-Verlag, Jubiläumsausgabe von 1986) ist nämlich unter „Klammeraffe“ zu lesen: „Angehöriger einer Gattung der zu Breitnasen gehörenden Rollschwanzaffen mit Greifschwanz und langen Armen; scherzhaft – Mädchen auf dem Soziussitz des Motorrades“. „Die neue deutsche Rechtschreibung“ (Bertelsmann-Verlag, 1996) definiert hingegen diesen zoologischen Begriff kurz und bündig: „Affe mit Greifschwanz“. Daran hat der Rezensent mit seinen 65 Jahren eher gedacht, als ihm dieser Begriff ganz zufällig beim Aufschlagen des Buches unter „Übersicht“ auf Seite 19 aufgefallen ist. Nachfolgend konnte er dann die ihm bis dahin unbekannte, aber sehr einleuchtende computertechnische Bedeutung des Begriffes auf Seite 148 finden: „Klammeraffe Fachjargon für das Computerzeichen @
Der Klammeraffe ist seit etwa 100 Jahren ein Standardzeichen auf amerikanischen Schreibmaschinen und dient als kaufmännisches Kürzel für at (engl. für zu, bei).“ Spaß beiseite: Das Itl-Lexikon für technische Kommunikation ist kein gewöhnliches Fachwörterbuch, in dem zahlreiche Begriffe aus diesem jungen, interdisziplinären Fachgebiet zwischen Linguistik und Technik schlichtweg alphabetisch geordnet und danach trocken (und für Nichtfachleute unverständlich) definiert wurden. Es ist vielmehr ein sehr modernes Kompendium, in dem diese Begriffe sehr geistreich, stellenweise witzig von Fachleuten aus der Praxis für die Praxis erläutert und illustriert wurden. Es ist darüber hinaus kein Lexikon im engen Sinne des Wortes, da der lexikalische Hauptteil durch einen sehr nützlichen Serviceteil ergänzt wird. Es ist also ein Nachschlagewerk, das sowohl ein Wörterbuch als auch ein praxisbezogenes Vademekum für technische Redakteure und technische Übersetzer enthält. Der erste Teil „Lexikon“ enthält 1400 Begriffe aus folgenden Sachgebieten:
schleunigst zu schließen, schlug er das Buch auf Seite 128 auf, wo er folgende Auskunft erhielt : „Hamburger Verständlichkeitsmodell Ergebnis einer
empirischen Untersuchung zur Textverständlichkeit, durchgeführt
von den Hamburger Psychologieprofessoren Langer, Schulz von Thun und Tausch
Den ersten Teil „Lexikon“ ergänzt in vorzüglicher Weise der zweite Teil „Service“. Dieser enthält nützliche Informationen und Hinweise, die für jeden technischen Redakteur und/oder Übersetzer sehr hilfreich sind, weil sie nicht lehrbuchmäßig von Kommunikationswissenschaftlern und Translationstheoretikern, sondern dienstleistungsorientiert von erfahrenen Praktikern beider Fachgebiete bearbeitet beziehungsweise zusammengestellt wurden. Die einzelnen Kapitel des Service-Teiles haben folgende Überschriften:
Diese Checkliste wurde nach der PentaQuest-Methode (näheres darüber im Lexikon) entwickelt. Die Prüfkriterien umfassen:
Strukturierung, Satzbau, Wortwahl, Einsatz von Bildern, Sicherheits- und Gefahrenhinweise Material und drucktechnische Aufbereitung, formaler Aufbau, Layout, Typografie und ähnliches Der Rezensent ist Übersetzer und zugleich Diplom-Ingenieur. Er könnte aus seiner langjährigen Erfahrung zahlreiche Beispiele verpfuschter technischer Dokumentationen nennen, die er qualvoll zu übersetzen hatte, welche den Prüfkriterien dieser Checkliste keinesfalls hätten standhalten können. Er würde es sich sehr wünschen, daß sich alle technischen Redakteure diese Checkliste zu Herzen nehmen. Auch den technisch versierten Übersetzern ist jedoch das Itl-Lexikon
für technische Kommunikation wärmstens zu empfehlen. Die darin
enthaltene „Checkliste“ ist nämlich für Übersetzer eine
vorzügliche Argumentationshilfe, um potentiellen Auftraggebern den
Sinn der DIN 2345 Übersetzungsaufträge zum Stichwort „Qualitätssicherung“
nahe zu bringen. Das Lexikon selbst enthält leider über die DIN
2345 noch kein Wort, obwohl Hinweise auf andere zahlreiche Normen im Service-Teil
nicht fehlen. Das Buch ist im Jahr 1998 erschienen, offensichtlich noch
bevor diese Norm (im April 1998) veröffentlicht wurde. Etwas schade.
Dipl. Ing.
Peter Bartetzky
(Jahrgang
1934)
Bergbauingenieur,
staatlich
geprüfter Übersetzer,
allgemein
beeidigter Dolmetscher für die Landgerichtsbezirke Hannover und Lüneburg,
Mitglied
des BDÜ - LV Bremen und Niedersachsen
Anschrift:
Salomon-Heine-Weg 40
20251 Hamburg
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