Kataloge
elektronisch erstellen
Einführung
Hersteller von Katalogen dürfen sich freuen: Für den aufwendigsten
und zugleich fehleranfälligsten Teil ihrer Arbeit gibt es nun Software,
die das quasi über Nacht und erst noch fehlerfrei erledigt. Die Rede
ist vom Übertragen der Daten aus der Datenbank in ein Satzdokument.
Als Folge davon lassen sich Kataloge schneller, aktueller und kostengünstiger
erstellen als je zuvor. Bisher fehlte auf dem Weg zur elektronischen Erstellung
von Katalogen ein wesentliches Stück. Zwar konnten die Katalogdaten
bereits elektronisch erfasst und in einer Datenbank abgelegt werden. Auch
die dazugehörenden Bilder konnten digitalisiert und für die elektronische
Weiterverarbeitung gespeichert werden. Und selbst der Abschluss der Arbeiten,
die Satzerstellung, erfolgte dank bewährten Layoutprogrammen elektronisch.
Doch dazwischen, da fehlte die Schlüsselstelle: für die Übertragung
der Daten von der Datenbank in das Layoutprogramm war manuelle Hilfe angesagt,
und das in rauher Menge. Entwickelt wurde die neue Software eigentlich
für das Marketing zur Erstellung von Produktekatalogen. Und bereits
haben die Techniker die Vorteile der neuen Möglichkeiten entdeckt:
Sie produzieren damit eine neue Generation von Ersatzteilkatalogen.
1. Was
ist ein Katalog?
Als Katalog versteht man ein nach einem bestimmten System geordnetes
Verzeichnis von Gegenständen. So umschreibt es jedenfalls ein weitverbreitetes
Lexikon. Auf der Strasse jedoch nennen Leute, nach einem Beispiel von einem
Katalog gefragt, mehrheitlich spontan Produktekataloge von Versandhäusern.
Dabei könnten sie genauso gut Telefonbücher, Preislisten, Ersatzteillisten,
ja sogar Ferienprospekte von Reiseveranstaltern nennen, all dies sind nichts
anderes als besondere Ausführungen von Katalogen.
2. Wie
entsteht ein Katalog?
Streng von der Definition ausgehend könnte man sagen, dass ein
Katalog entsteht, sobald eine Datenbank sortiert wird. In der Praxis mag
jedoch ein so entstandener Katalog selbst geringsten Ansprüchen nicht
zu genügen. Er muss noch illustriert und in ein Layout gebracht werden,
wie man es heute von einem Katalog erwarten darf. Und für diese Verschönerung
war bisher eine Menge aufwendiger und mühsamer Routinearbeit nötig:
Die Daten mussten von der Datenbank in ein Layoutprogramm kopiert und dort
manuell gesetzt werden. Einleuchtend, dass das Ergebnis ob all der ermüdenden
Routinearbeit oft unter den eigentlichen Fähigkeiten des Designers
blieb. Dank der neuen Software entfällt nun ein grosser Teil dieser
Arbeit und der Designer wird für seine eigentliche Aufgabe frei.
2.1 Die Basis: Eine Datenbank
Als Grundlage für eine Katalogerstellung sind grundsätzlich
alle auf einem Rechner gespeicherten Daten geeignet. Um jedoch automatisiert
in ein Layoutprogramm übertragen werden zu können, müssen
die zusammengehörenden Daten in einer gleichartigen Struktur, einer
Datenbank, vorliegen. Die meisten Firmen verfügen mit ihrem Warenwirtschaftssystem
bereits über eine solche Datenbank.
Datenbank wählen
Als Datenbank eignen sich sämtliche Standarddatenbanken, wie FileMaker,
Excel, 4th Dimension oder dBase. Dabei spielt auch die Plattform keine
Rolle, die Daten können auf DOS, Win-dows, MAC oder Unix vorliegen.
Datenbank vorbereiten
Eine sorgfältige Planung der Datenbankstruktur zahlt sich später
bei der automatischen Datenübertragung aus. Die Software erkennt selbständig
den Datentyp und übernimmt die Forma-tierung der einzelnen Felder.
Unregelmässigkeiten oder Fehler würden dabei direkt ins Layout
übernommen. Hier lohnt es sich, wenn für die Datenpflege eine
verantwortliche Person mit Verständnis für exaktes Arbeiten eingesetzt
wird.
2.2 Die Standardlösung: Katalog in
Papierform
Für die angesprochene Verschönerung der Darstellung dient
ein Standard-Layoutprogramm wie PageMaker oder Quark XPress. Das Revolutionäre
ist nun, dass mit der neuen Software alle Einstellungen vorgegeben werden
können, damit die Daten automatisch aus der Datenbank in das Layoutprogramm
und dort bereits in das richtige Layout übertragen werden.
Projekt vorbereiten
In einem ersten Schritt wird das Projekt eröffnet und dem neuen
Katalog ein Name gegeben. Anschliessend können alle Verbindungen der
Datenbanken zum neuen Katalog festgelegt werden. Dabei dürfen einem
Katalog Daten aus bis zu hundert verschiedenen Datenbanken zugewiesen werden.
Layout definieren
Im zweiten Schritt wird das Aussehen und die Grösse des neuen Kataloges
definiert. Dabei werden Datenblöcke zusammengestellt, die Felder (Rahmen)
für Text und Bild enthalten. Diese Felder definieren das gewünschte
Layout und werden dementsprechend angeordnet. Beim Definieren der Felder
können vielfältigste Wünsche oder Optionen berücksichtigt
werden. So kann beispielsweise festgelegt werden, ob das Feld eine fixe
Grösse haben soll oder ob es sich der Grösse der Daten anpassen
soll. Innerhalb einzelner Zeilen können sogar unterschiedliche Druckformate
definiert werden, wenn beispielsweise die Bezeichnung oder der Preis fett
oder in einer anderen Schrift hervorgehoben werden soll.
Daten übertragen
Nach der Definition des Layouts kann die neue Software die Daten direkt
in die zugehörigen Blöcke und Felder übertragen. Dazu werden
in der Datenbank lediglich die Datensätze markiert, die in den neuen
Katalog übertragen werden sollen. Den Rest übernimmt die Software.
Wer Lust und Zeit hat, kann zuschauen, wie das Programm die Arbeit erledigt,
die bisher so viel Aufwand beschert hat. Dabei ist befriedigend festzustellen,
dass das Programm, je nach Umfang des Kataloges, auch recht viel Zeit benötigt.
Nur kann man jetzt diese Arbeit im wahrsten Sinn des Wortes im Schlaf erledigen:
man lässt den Rechner über Nacht laufen.
Satz kontrollieren
Natürlich geht es trotz der ausgeklügelten Software nicht
völlig ohne Mithilfe. Der Computer ist zwar unglaublich fleissig,
aber bezüglich Ästhetik lohnt es sich in jedem Fall, das automatisch
erstellte Layout zu kontrollieren. Hierbei kann der Designer wie gewohnt
eingreifen. Im Layoutprogramm können die eingefügten Daten nach
Bedarf frei weiterverarbeitet werden, d.h. ohne Einschränkungen verschoben,
vergrössert, inhaltlich verändert oder sonstige Feinkorrekturen
vorgenommen werden.
2.3 Die professionelle Lösung: Katalog
in digitaler Form
Die Standardlösung, der Katalog in Papierform, hat einen gravierenden
Nachteil: Egal, ob er den Katalog mit Schere und Leim oder vollautomatisch
herstellt, sein Kunde kann keinen Unterschied erkennen, für ihn bleibt
der Nutzen des Kataloges auf dem bisherigen Niveau. Wenn sich ein Hersteller
aber von seinen Mitbewerbern abheben möchte, dann sollte sein Kunde
das auch wahrnehmen können: Er muss ihm den Mehrnutzen der professionellen
Katalogerstellung weitergeben. Und dazu muss er den Katalog in digitale
Form bringen.
Katalog auf CD-ROM
Die einfachste und kostengünstigste Form der Verbreitung eines
digitalen Kataloges erfolgt über die CD-ROM. Ein entsprechendes Laufwerk
gehört zur Grundausrüstung von jedem PC, und die Speicherkapazität
einer CD-ROM genügt für die Speicherung noch so umfangreicher
Kataloge, inklusive Videosequenzen und Tonaufzeichnungen. In kleinen Stückzahlen
kann die Herstellung mit geringen Investitionen selbst erfolgen, für
grössere Auflagen bieten sich Dienstleister mit modernsten Produktionsanlagen
an. Für den Hersteller ist es nur ein kleiner Schritt. Er speichert
den elektronisch erstellten Katalog als PDF-File, so dass er mit dem gratis
erhältlichen Programm Acrobat-Reader gelesen werden kann. Danach jedoch
verpasst er dem Katalog wiederum mit wenig Aufwand einige Feinheiten, die
seinen Katalog zum Vorbild werden lassen: Automatisches Bestellwesen, Antwortfax,
Selektion bestimmter Artikel; dazu Fotos, Videos oder Animationen, ganz
nach seinen persönlichen Wünschen. Für den Benutzer jedoch
ist ein solcher Katalog ein gewaltiger Mehrwert. Nicht nur, dass er die
gesuchten Artikel wesentlich schneller findet, sie werden auch deutlich
attraktiver präsentiert. Und wer schon mal aus einem elektronischen
Katalog heraus eine Bestellungen gemacht hat, der wird nie mehr 12- und
mehrstellige Artikelnummern und Produktabkürzungen abschreiben wollen,
wenn er dringend ein Ersatzteil bestellen möchte. Der Vollständigkeit
wegen sei noch erwähnt, dass diese Kataloge selbstverständlich
auf allen Rechnerplattformen gelesen werden können und der Ausdruck,
sowohl einzelner Seiten als auch des ganzen Kataloges, jederzeit möglich
ist.
Katalog im Internet
Die Präsenz in Online-Netzen wird immer wichtiger. Online-Publikationen
im Internet sind für alle PC-Anwender nutzbar, die über ein entsprechendes
Modem verfügen. Gegenüber der CD-ROM hat die Verbreitung über
Internet die Vorteile, dass eine direkte Kommunikation zwi-schen dem Hersteller
und dem Benutzer möglich wird und dass die Daten laufend aktualisiert
werden können. Einer grossen Investition für einen eigenen Internet-Server
kann ausgewichen werden, wenn man sich für wenige Franken pro Monat
bei einem Dienstleister einmietet. Trotz all diesen Vorteilen darf nicht
verschwiegen werden, dass heute noch viele Anwender dieser Technik skeptisch
gegenüberstehen. Ersatzteilkataloge nur im Internet zu verbreiten,
dürfte jedenfalls nicht alle Anwender begeistern.
3. Wie
gross ist der Aufwand?
Gewiss, die Umstellung auf die elektronische Katalogerstellung bedeutet
zuallererst einen Aufwand. Die neue Software für die Datenübertragung
muss beschafft werden. Dazu muss ihr Umgang geschult und geübt werden.
Oft muss auch die Datenbank überprüft, bereinigt oder ergänzt
werden. Trotz diesem Initialaufwand bei der ersten elektronischen Katalogerstellung
zahlt sich die Inve-stition in der Regel auf Anhieb aus. Und bei den nächsten
Katalogen läuft es noch besser, da die Formate des Kataloges bereits
definiert sind.
4. Was sind die Vorteile
des elektronisch erstellten Kataloges?
Für den Hersteller
Bei der Standardlösung, dem Katalog in Papierform, liegen die Vorteile
der elektronischen Erstellung ausschliesslich beim Hersteller. Da der zeitaufwendige
Aufbau der Satzdatei entfällt, kann der Katalog in deutlich kürzerer
Zeit realisiert werden. Durch diese kurze Bearbeitungsdauer reduzieren
sich natürlich auch die sonst üblichen Änderungen in letzter
Minute und die dabei provozierten "Druckfehler". Generell wird der Katalog
weniger Fehler aufweisen, da die Daten direkt und brandaktuell aus der
Datenbank übernommen werden. Die massive Zeiteinsparung führt
zu einer markanten Kostenreduktion bei der Katalogerstellung. Darüber
hinaus können Fehlerquellen durch die sonst übliche Datenablage
an verschiedenen Stellen behoben werden. Durch die Möglichkeit in
einem Computernetz zu arbeiten, können die Daten zentral für
alle Anwender zur Verfügung gestellt werden. Dabei kann beispielsweise
die Datenbank problemlos auf Unix gepflegt werden, während der Designer
wie gewohnt auf seinem Macintosh das Layout verfeinert.
Für den Kunden
Bei der professionellen Lösung, dem Katalog in digitaler Form,
profitiert primär der Kunde. Er freut sich an der professionellen
Aufmachung, der attraktiven Gestaltung und der einfachen Handhabung des
Kataloges. Doch davon profitiert der Hersteller ebenfalls. Zwar mag es
schwierig sein, den Goodwill und die Begeisterung des Kunden in Franken
zu beziffern. Offensichtlicher wird es aber, wenn die Qualität der
Bestellungen betrachtet wird: Fehler bei den Artikelnummern oder -bezeichnungen
kann es nicht mehr geben, damit auch keine Rückfragen oder Falschlieferungen
mehr. Und davon profitieren alle, der entlastete Hersteller und sein Partner
als bestbedienter Kunde.
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