Inhalt:
Einführung
Fazit
Autor
|
Rezensionen
einmal anders - unterhaltend und informativ
Normen für Übersetzer und
technische Autoren,
darunter die seinerzeit im BDÜ
heftig diskutierte
DIN 2345 Übersetzungsaufträge
– jetzt in einem Band
Eva-Maria Baxmann-Krafft und Gottfried Herzog
Normen für Übersetzer und technische Autoren
Herausgeber: DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
Beuth Verlag, 1999
434 Seiten
ISBN 3-410-14414-5
Preis 78,- DEM
Der Rezensent war seinerzeit an der Abfassung
der Stellungnahme des BDÜ zum Entwurf der DIN-Norm 2345 „Übersetzungsaufträge“
beteiligt. Die Diskussion aus Anlaß der Entstehung dieser Norm dürfte
den Mitgliedern des BDÜ noch in Erinnerung sein (vergl. MDÜ,
Hefte: 1/1997, 2/1997, 6/1997, 3/1998). Mittlerweile besteht kein Zweifel
mehr daran, daß die DIN 2345 für Übersetzer sehr nützlich
ist und nicht - wie ursprünglich befürchtet – durch unnötige
Bürokratie, vor allem beim Individualübersetzer nur zusätzlichen
Aufwand verursacht. Dies wurde dem Rezensenten, der am Sinn dieser Norm
nach der Veröffentlichung des 3. Entwurfes noch seine Zweifel hatte
(vergl. MDÜ, Heft 3/1996) spätestens klar, nachdem schließlich
nach Berücksichtigung der Einwände des BDÜ Konsens zum Inhalt
der Norm zwischen allen an ihrer Entstehung Beteiligten erreicht worden
war, wonach sie in wesentlich geänderter Fassung verabschiedet und
im April 1998 veröffentlicht wurde. Die Bedeutung der DIN 2345 wurde
dem Rezensenten erst recht bewußt, nachdem er sich bei der Internationalen
Fachtagung für Translationsqualität in Leipzig (28.-29.10.1999)
überzeugen konnte, daß diese Norm zum Stichwort „Qualitätsmanagement“
(ein fürchterlicher Anglizismus, aber dagegen ist nichts mehr zu machen!)
auch im Ausland mit großem Interesse aufgenommen wurde.
Über den Inhalt dieser Norm soll an dieser Stelle nicht berichtet
werden. Jeder Übersetzer, der sie noch nicht kennt, ist selbst daran
schuld. Nun kann er dieses Versäumnis jedoch nachholen, indem er diese
Norm und vieles andere Nützliche mehr in Form eines Buches für
nur 78,- DEM erwirbt. (Die Norm selbst kostete seinerzeit, mit Ermäßigung
für BDÜ-Mitglieder, 50,- DEM.) Dieser Aufwand lohnt sich durchaus,
denn (Zitat aus dem Waschzettel des Verlages):
»Mit dieser Normensammlung stellt der Beuth Verlag ein Arbeitsmittel
zur Verfügung, das – unabhängig vom Fachgebiet – für alle
Übersetzer und technischen Autoren von Interesse ist.
Neben dem Originaltext der Norm DIN 2345 „Übersetzungsaufträge“
(Ausgabe April 1998) und ihrer englischen und französischen Übersetzung
enthält dieser Band die einschlägigen Normen über:
- terminologische Grundsätze,
- technische Grundlagen,
- formale Textgestaltung,
- Schreibweisen und Codes.«
Läßt also der Rezensent den Inhalt der DIN 2345 bewußt
außer acht (siehe oben), so bieten ihm die anderen im Buch enthaltenen
Normen und Ausführungen auf immerhin fast 400 eng bedruckten Seiten
(abgesehen von der DIN 2345, die in allen drei Sprachen etwa 35 Seiten
umfaßt) eine auf Anhieb kaum überschaubare Fülle an Wissenswertem.
Das umfangreiche Stichwortverzeichnis am Ende des Buches erleichtert dabei
jedoch sehr das Auffinden der gewünschten Information in der entsprechenden
Norm. Dieses gibt zum Beispiel Auskunft zu Themen, wie (stichprobenartig,
in alphabetischer Reihenfolge): „Aufteilung von Übersetzungsaufträgen“,
… „Geld, Währung, Codierung“, … „Konformitätserklärung“,
… „Korrekturzeichen“, … „Literaturangaben“, … „mathematische Zeichen und
Begriffe“, „Terminologielehre“, … „Textverarbeitung, Gestaltungsregeln“
… und schließlich unter anderen auch zum Thema „Transliteration“.
Der Rezensent hoffte unter dem Stichwort in diesem Kompendium die für
Übersetzer wichtigen Normen für die Transliteration nichtlateinischer
Alphabete (vor allem für die Umschrift kyrillischer Alphabete slawischer
Sprachen) in extenso zu finden. Er wurde jedoch enttäuscht, denn es
befindet sich dort auf einer Seite lediglich eine Auflistung der diesbezüglichen
Normen. Hingegen umfassen die zum Beispiel für Übersetzer eher
zweitrangigen, aber zugleich sehr umfangreichen Normen zur Definition sowie
Schreibweise mathematischer Begriffe und Formeln insgesamt 75 Seiten.
Das Buch trägt den Titel „Normen für Übersetzer und technische
Autoren“. Die Übersetzer sind an erster Stelle, die technischen Autoren
erst danach an zweiter Stelle genannt. Es wäre also zu erwarten, daß
in dieser Sammlung vor allem die für die erstgenannten Fachleute relevanten
Normen zusammengetragen wurden. Am obigen Beispiel ist jedoch erkennbar,
daß die Übersetzer von beiden Autoren eher stiefmütterlich/stiefväterlich
behandelt wurden. Der Rezensent kommt dem etwaigen Einwand der Autoren,
dieser Vorwurf sei Ausdruck seiner gekränkten Eitelkeit als Übersetzer,
mit dem Hinweis zuvor, daß er zugleich Diplom-Ingenieur ist. Er kennt
aus eigener Erfahrung die Problematik der Zusammenarbeit des technischen
Autors und des technischen Übersetzers zur Genüge, um meinen
zu dürfen, daß sowohl für Linguisten als auch für
Techniker einiges an normativem Regelwerk in diesem Buch sehr fehlt. Sowohl
den einen als auch den anderen wäre von den Autoren ein guter Dienst
geleistet worden, hätten sie in ihrem Buch zusätzlich noch einige
der zahlreichen DIN-Normen oder auch VDI-Richtlinien für die Anfertigung
technischer Dokumentationen (unter anderen DIN 24420, 31052, 66001, 66055,
VDI 2890) sowie Normen zu Bildung und Gebrauch von Fachausdrücken
(DIN 4898) wenn schon nicht abgedruckt, dann doch wenigstens in Form einer
Auflistung zusammengestellt. Zumindest diese Auflistung fehlt jedoch im
rezensierten Werk.
Fazit
So oder so - ohne die DIN 2345 „Übersetzungsvorhaben“ kommt ein
qualitätsbewußter Übersetzer heutzutage nicht mehr aus.
Das Buch mit dieser Norm und allem Drum und Dran sollte er sich jedoch
nur besorgen, sofern er die Norm selbst als Einzelausgabe noch nicht hat.
Dipl.
Ing. Peter Bartetzky
(Jahrgang
1934)
Bergbauingenieur,
staatlich
geprüfter Übersetzer,
allgemein
beeidigter Dolmetscher für die Landgerichtsbezirke Hannover und Lüneburg,
Mitglied
des BDÜ - LV Bremen und Niedersachsen
Anschrift:
Salomon-Heine-Weg 40
20251 Hamburg
|