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Inhalt:
Worum geht es?
Kurze Anleitung viel Inhalt
Wie geht es?
Die Gesamtabbildung
Fazit
Autor
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Unter
der Lupe
Gebrauchsanleitung für die Maschine
Siwatherm IQ 66
Diesmal wurde die Gebrauchsanleitung für eine Maschine der Firma
Siemens, die Siwatherm IQ 66, unter die Lupe genommen. Nach dem Inhalt
der Anleitung zu schließen, handelt es sich um einen Wäschetrockner.
Diese sind inzwischen zwar weit verbreitet, allerdings gehören sie
nicht zu den Geräten, die in den Haushalten so allgegenwärtig
sind, dass man von einem erheblichen Vorwissen bzw. von Vorerfahrungen
der Benutzer ausgehen kann. Ein großer Anteil der Käufer eines
Wäschetrockners wird vermutlich über kein Vorwissen verfügen.
Worum geht
es?
Der Siwatherm IQ-66 (siehe Bild 1) kommt in der vorliegenden Gebrauchsanleitung
incognito daher. Um was für eine Maschine es sich handelt, darüber
wird zunächst einmal kein Wort verloren. Eine Abbildung der Maschine
(siehe Bild 1) auf der Titelseite erscheint offenbar als völlig ausreichend,
wobei allerdings aufgrund der zunehmenden Ähnlichkeit derartiger Maschinen
auf den ersten Blick kaum noch zu unterscheiden ist, ob man jetzt eine
Waschmaschine, einen Wäschetrockner oder womöglich eine Geschirrspülmaschine
oder einen Herd vor sich hat. Im Text der Anleitung ist nur von einem „Gerät“
die Rede. Immerhin, im Kapitel „Umweltbewußt und sparsam trocknen“
– anscheinend nur hier – fällt der Begriff „Ablufttrockner“, und im
Kapitel „Sicherheitshinweise und Warnungen“ wird der Zweck des Geräts
definiert: „Das Gerät nur im Haushalt zum Trocknen von Textilien benutzen.“
Ein Wort auf der Titelseite hätte genügt, um die Art der Maschine
klarzustellen. Im Text statt von einem „Gerät“ von dem „Trockner“,
„Wäschetrockner“ oder „Ablufttrockner“ zu schreiben, wäre eine
leserfreundliche Geste gewesen.
Bild 1: Keine Waschmaschine
...
Kurze
Anleitung mit viel Inhalt
Wäsche zu trocknen, das ist kein allzu komplizierter Vorgang (man
denke nur an die althergebrachte Methode mit einer Wäscheleine …),
entsprechend reicht eine relative kurze Anleitung aus: Die Gebrauchsanleitung
der Firma Siemens soll auf 20 DIN-A5-Seiten den Benutzern die Bedienung
der Maschine nahe bringen.
Trotz ihrer Kürze verfügt die Anleitung über ein recht
umfangreiches Inhaltsverzeichnis, das immerhin 16 Kapitel nebst weiteren
Unterpunkten ausweist. Hier die Kapitelüberschriften:
-
Entsorgungshinweise
-
Umweltbewußt und sparsam trocknen
-
Sicherheitshinweise und Warnungen
-
Kurzanleitung
-
Gerät kennenlernen
-
Wäschehinweise
-
Inbetriebnahme
-
Programmtabelle
-
Elektronik-Programme
-
Zeit-Programme
-
Programmende
-
Sonderprogramme
-
Zusatzfunktionen
-
Wartung/Pflege/Reinigung
-
Kleine Störungen selbst beheben
-
Kundendienst
Gehen wir von dem Neukunden aus, der die Maschine gerade gekauft hat bzw.
angeliefert bekommen hat, so kann man wohl davon ausgehen, dass dieser
Neukunde nur ein Ziel hat: Er will seine Wäsche, die nach dem Waschen
noch feucht ist, trocknen. Damit er das tun kann, muss er – er steht jetzt
vor einem Karton, der angeblich einen Wäschetrockner enthält
– Folgendes wissen:Wie packt man die Maschine aus, wohin stellt man sie,
wie schließt man sie an und macht sie betriebsbereit, (all dies scheint
einer separaten Aufstellanweisung, die nicht vorlag, zu entnehmen zu sein)
und last, but not least, wie trocknet man Wäsche damit? Anders gesagt,
der neue Besitzer will sein Ziel erreichen, und zwar auf dem schnellsten
Wege.
Vergleicht man die Gebrauchsanleitung nun mit diesen Anforderungen des
neuen Besitzers, so passt einiges nicht zusammen. Das fängt schon
mit dem ersten Kapitel an: „Entsorgungshinweise“ – So ehrenwert es auch
sein mag, darauf hinzuweisen, wohin die Verpackung und das Altgerät
– so vorhanden – gehen sollen, so kann man doch davon ausgehen, dass dies
im ersten Moment nicht die dringlichste Frage ist. Der Neubesitzer wird
sich später damit beschäftigen. Auch das zweite Kapitel „Umweltbewußt
und sparsam trocknen“ steht am falschen Platz: Der neue Trockner ist noch
nicht einmal aufgestellt, und schon soll sich der Besitzer klar machen,
dass er nach dem Wäschetrocknen den Filter reinigen muss! Natürlich
gehören die Angaben dieses Kapitels in die Anleitung, aber nicht an
dieser Stelle. Weitere vier Kapitel (siehe Inhaltsverzeichnis) folgen,
bevor man zum Kapitel „Inbetriebnahme“ kommt oder, anders gesagt, bevor
es überhaupt „losgeht“.
Wie geht es?
Wäsche trocknen – das kann ja nicht so schwierig sein … Aber herauszufinden,
wie es funktioniert, ist nicht so ganz einfach. Die notwendigen Handgriffe
finden sich nämlich nicht konzentriert in der Gebrauchsanleitung,
sondern über die ganze Anleitung verteilt. Der Bogen vom Einfüllen
der feuchten Wäsche bis zum Herausnehmen der getrockneten Wäsche
wird nämlich in der Mitte sozusagen auseinander gerissen, und zwar
durch seitenlange Erläuterungen zu den einzelnen Trockenprogrammen:
Auf Seite 7 finden sich im Kapitel „Inbetriebnahme“ die Absätze „Gerät
einschalten“ und „Wäsche einfüllen“ (siehe Bild 2). Statt einer
Erläuterung, wie das Trocknen gestartet werden kann, folgen zwei Seiten
mit einer Programmtabelle, eine Seite über Elektronik-Programme, eine
über Zeit-Programme und eine Seite zu Sonderprogrammen. Auf Seite
13 endlich geht es dann weiter mit dem Kapitel „Programmende“, das auch
die beiden Absätze „Wäsche entnehmen“ und „Gerät ausschalten“
enthält.
Bild 2: Die Wäsche
ist drin. Aber wie geht es weiter?
Natürlich muss der Benutzer sich über die zur Verfügung
stehenden Programme, darüber, welchen Zweck sie haben und wie man
sie einstellt, informieren; es wäre aber denkbar, die Detailinformationen
über die einzelnen Programme getrennt von der Handlungsanweisung anzubieten,
so dass die Anweisungen zusammenhängend gegeben werden können.
Dass dies möglich ist, zeigt die Kurzanleitung (siehe Bild 3), die
auf einer Seite mit Sicherheitshinweisen und Warnungen, noch vor der Gesamtabbildung
der Maschine zu finden ist.
Bild 3: Alles, was man braucht:
die Kurzanleitung
Auch wenn die Platzierung der Kurzanleitung im Heft etwas unglücklich
gewählt ist, so beinhaltet sie doch alles, was der Bediener braucht,
um die Maschine benutzen zu können. Alle Angaben sind auch im ausführlichen
Teil der Anleitung zu finden, allerdings muss man sie dort mühsam
zusammensuchen. Die zur Verfügung stehenden Programme sind in der
Kurzanleitung nicht aufgeführt, in diesem Punkt sind Querverweise
unumgänglich und vertretbar. Damit wird die Kurzanleitung ganz erheblich
entlastet. Auch für das Reinigen des Filters – im Kapitel „Wartung/Pflege/Reinigung“
ausführlich erklärt – reicht hier ein Querverweis aus.
Insgesamt wird in der Kurzanleitung wesentlich deutlicher als im ausführlichen
Teil, welche Handlungsschritte grundlegend zur Bedienung der Maschine gehören.
Alles, was es an zusätzlichen Optionen gibt, bleibt ausgeblendet.
Im ausführlichen Teil der Anleitung wird so viel mitgeteilt, dass
die Gefahr besteht, „den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen“,
also Wichtiges und Unwichtiges nicht mehr unterscheiden zu können,
Unwichtiges zu beachten und Wichtiges zu vergessen. So ist beispielsweise
das Reinigen des Filters im ausführlichen Teil ebenso genannt wie
in der Kurzanleitung; aus der Kurzanleitung geht aber klar hervor, dass
es sich um einen unverzichtbaren Handlungsschritt handelt, während
die Unterbringung dieses Punktes im Wartungs-Kapitel nahelegt, dass es
sich um einen Bedienungsschritt „nach Bedarf“ handele.
Die Gesamtabbildung:
Zu viel fürs Auge
Im Kapitel „Gerät kennenlernen“ findet sich eine Gesamtabbildung
der Maschine mit Legende (siehe Bild 4). Dabei wurde auf eine Abbildung
der Rückseite des Trockners verzichtet, zu Recht, da sie wohl nur
für die Installation, die offenbar in einer separaten Aufstellanweisung
erläutert wird, von Belang ist. Auch die Gesamtansicht der Maschine
von vorne ist wenig aufschlussreich (siehe oben, Bild 1), lediglich die
Türinnenseite mit dem Filter interessiert. Wichtig für die in
der Anleitung behandelten Punkte, insbesondere die Programmwahl, ist dagegen
das Tastenfeld, das entsprechend viel Raum auf dieser Seite einnimmt.
Positiv zu vermerken: die Anordnung der Benummerung entgegen dem Uhrzeigersinn,
so dass jede Ziffer leicht gefunden werden kann. Die Legendetexte sind
ebenfalls vorteilhaft für den Leser: So wird den Tasten und Anzeigen
nicht nur ein Name gegeben, sondern auch schon kurz vermerkt, welchen Zweck
die Taste bzw. die Anzeige hat, in einigen Fällen wird auf die Seite
der Anleitung zum Nachschlagen verwiesen.
Probleme wirft die Fülle der Tasten und Anzeigen auf. Ist schon
das Bedienfeld an der Maschine reichlich überladen, so trägt
die Beschriftung der Abbildung zur Unübersichtlichkeit noch weiter
bei. Beispielsweise ist es nicht nötig, die einzelnen Tasten (2 bis
6 und 8) und die Anzeigelampen, die zeigen sollen, dass eine Taste gedrückt
ist, (14) getrennt voneinander abzuhandeln. (Die Anzeigelampe, die zu Taste
8 gehört, wurde offenbar übersehen; eine Lampe, die anzeigt,
dass die Tür offen steht, scheint es nicht zu geben.) Auch der Hinweis,
dass es sich bei Nummer 7 um einen Aufkleber mit Informationen handelt,
dürfte überflüssig sein. Verwirrend ist auch die Vielzahl
der Linien, die sich auf dem Bedienfeld finden und teilweise kreuzen. So
ist kaum noch zu erkennen, wozu die Benummerungspunkte 9 und 13 gehören,
und in diesem Bereich fällt außerdem eine senkrechte Linie auf,
die überhaupt keinen Bezug zu irgendetwas zu haben scheint. Weniger
wäre hier mehr gewesen. |