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    Einführung 

    So funktionierts 

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    Autor 

 

Testbericht: Déjà Vu  
 

Karl-Heinz Fröhlich ist Systemadministrator und EDV-Berater der Firmengruppe LÓPEZ-EBRI und konnte Déjà Vu vor der Einführung am deutschen Markt im mehrmonatigen Praxistest im eigenen Hause erproben. 
Hier sein Testbericht: 

Man muß das Rad nicht jeden Tag neu erfinden. 

Man muß auch nicht Texte ein zweites Mal übersetzen, wenn sie schon einmal übersetzt worden sind. Zumindest dann nicht, wenn man über ein leistungsfähiges Programm für eine computerunterstützte Übersetzung verfügt. 

Déjà Vu erledigt diese anspruchsvolle Aufgabe mit Hilfe einer intelligenten Datenbankverwaltung, ergänzt um einige nützliche „Hilfsmittel“ wie zum Beispiel integrierte Filter für gängige PC-Formate, Terminologieverwaltung und Lexika. So ist dieses Programm nicht nur in der Lage, bereits vorhandene Übersetzungen in eine Datenbank (Memory Database) einzupflegen und dort bereitzuhalten, sondern die Informationen können auch für aktuelle Projekte wieder daraus hervorgeholt und dem Übersetzer in aufbereiteter Form für die einfachere Bearbeitung seines aktuellen Projektes verfügbar gemacht werden. 

So funktioniert Déjà Vu 

Déjà Vu erzeugt beim Import des Quelltextes, der auf Datenträger vorliegen muß, eine reine Textdatei ohne Bilder und Grafiken. Diese Textdatei vergleicht es mit schon vorhandenen Übersetzungen, die in der Datenbank gespeichert sind. Findet das Programm eine Übereinstimmung des aktuellen Textes mit einem Text aus der Datenbank, übernimmt es diese Übersetzung in den Zieltext (Vorübersetzung). Dabei muß die Übereinstimmung nicht vollständig sein; auch wenn der Text nur ähnlich ist, wird die Übersetzung in das aktuelle Projekt eingefügt. 

Nach Abschluß der Übersetzung muß die Datei exportiert werden. Dabei fügt Déjà Vu automatisch alle Bilder und Grafiken wieder in das Dokument ein. 

Hat man eine allgemeine oder projektspezifische Datenbank einmal erstellt, erspart man sich zukünftig den Zeitaufwand für das Suchen in alten Übersetzungen und kann sich ganz den Textstellen widmen, die tatsächlich übersetzt werden müssen, weil sie neu hinzugekommen sind oder seit der letzten Übersetzung grundlegende Veränderungen erfahren haben. 

Wenn man einen Katalog oder eine Bedienungsanleitung übersetzen muß, die sich nur wenig von einer früheren Übersetzung unterscheidet, kann man sich leicht vorstellen, daß die Übersetzung nur noch eine Sache von wenigen Minuten ist – vorausgesetzt natürlich, man hat Déjà Vu diese frühere Übersetzung vorher als Datenbank in den Computer einlesen lassen.  

Benutzerfreundlichkeit:  
Hier bedient die Maschine den Menschen 

Déjà Vu läßt sich leicht installieren und verlangt keine besonders anspruchsvolle Hardware: Ein Pentium-Prozessor mit 133 MHz und 64 MByte Arbeitsspeicher zählen heute ebenso zur Standardausstattung wie das Betriebssystem Windows 95 oder 98. Es darf aber auch Windows NT sein. 

Nach der Installation zeigt Déjà Vu die vertraute Windows-Bedienoberfläche, so daß sich der Benutzer schnell mit dem Programm vertraut machen kann. Aufwendige Schulungen vor Inbetriebnahme des Programms, wie bei anderen Programmen erforderlich, sind so nicht nötig. Maus und Tastatur werden parallel und als Ergänzung des jeweils anderen eingesetzt. Über einfache Tastenkombinationen können spezielle Vorgänge in Gang gesetzt werden. Den Ablauf komplizierterer Vorgänge übernimmt das Programm. Um beispielsweise in einer Terminologiedatenbank zu suchen, bedarf es nur eines Mausklicks. 

Bei der Generierung der „Memory Database“ aus früheren Übersetzungen erhält man bei Déjà Vu Unterstützung von einem Abgleichassistenten, der genauso von Anfang an in das Programm integriert ist wie die Terminologieverwaltung „TermWatch“. 

Zur allgemeinen Benutzerfreundlichkeit trägt auch die Funktion „Propagation“ bei, die eine Übergabe einer neuen Übersetzung, die bei der Vorübersetzung noch nicht in der Datenbank gespeichert war, an alle Dateien, die zu dem Projekt gehören, ermöglicht. Das ist selbst dann möglich, wenn die Sätze nicht völlig identisch sind. 

Überhaupt ist die Überprüfung auf Ähnlichkeit sehr hilfreich: Mit der Funktion „Assemble“ kann die Datenbank noch genauer durchsucht werden, so daß jetzt auch „Vor-Übersetzungen“ gelingen, die beim ersten Abgleich an einem Mangel an eindeutiger Übereinstimmung scheitern mußten. Als hilfreich erweisen sich auch Systematisierungsoptionen wie die Möglichkeiten, nach Teilen von Sätzen suchen zu lassen oder ein Lesezeichen zum schnellen Wiederfinden einer Textpassage zu setzen. Außerdem findet sich in Déjà Vu als weiteres nützliches Hilfsmittel eine Funktion zur Speicherung von Ausdrücken ganz ähnlich dem von MS-Word bekannten „AutoText“. Dabei sind projektbezogene und globale Eingaben möglich. Zeit sparen läßt sich auch dadurch, daß man die Sätze eines Projekts in alphabetische Reihenfolge bringen kann, so daß man ähnliche Sätze sofort erkennt und zusammen übersetzen kann. Angelegte Datenbanken lassen sich in der Reihenfolge der Sprachpaare ebenso einfach verändern: Aus einer Datenbank für Englisch - Deutsch wird so eine Datenbank Deutsch - Englisch. 

Eine Rechtschreibprüfung für die Sprachen US-Englisch, Britisches Englisch, Deutsch, Spanisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Dänisch, Brasilianisches Portugiesisch, Norwegisch und Schwedisch ist bereits vorhanden. Zusätzliche Wörterbücher können leicht ergänzt werden. 

Ausstattung: Die Filter sind schon dabei 

Im Lieferumfang des Programms sind bereits Filter für folgende Formate enthalten: Word für Windows, RTF (Rich Text Format), Help Contents, PowerPoint, FrameMaker, Interleaf, QuarkXPress, HTML, HTML Help, SGML, RC, C/C++, IBM TM, Trados WorkBench und Nur-Text-Dateien. Dadurch werden die Anschaffungskosten für das System gegenüber anderen auf dem Markt befindlichen Programmen drastisch reduziert. Neben vielen Programmstärken wird diese Tatsache sicherlich dazu beitragen, daß die Technologie sich in der Branche endlich auch durchsetzen und somit wirksam zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt der Effektivität der Übersetzung an sich beitragen kann. 

Mit seiner umfangreichen Ausstattung wie auch der nötigen Kapazität für die Verwaltung großer Datenbanken, entspricht Déjà Vu den hohen Anforderungen professioneller Nutzung und ist dabei sehr benutzerfreundlich und individuell anpaßbar. 

Aber Déjà Vu ist nicht nur für den einzelnen Übersetzer geeignet. Vielmehr führen die Projekt-Management-Funktionen zur Vereinfachung umfangreicher mehrsprachiger Projekte: So können nicht nur mehrere Übersetzer an demselben Projekt in verschiedenen Sprachen arbeiten, sondern auch mehrere Übersetzer in derselben Sprache an demselben Projekt. Auch besteht die Möglichkeit, ein Projekt in „Satelliten“-Projekte aufzuteilen. Und neue Datenbankeinträge können als getrennte Textdateien empfangen und verteilt werden. Wenn bestimmte Sätze nicht übersetzt werden sollen, können vom Projektleiter hierfür Satzsperren eingefügt werden. 

Eine weitere gute, wenn auch für die eigentliche Übersetzung eher sekundäre Eigenschaft des Programms ist übrigens, daß man Déjà Vu den Umfang der Übersetzung nach Wörtern und Zeilen messen lassen kann, und zwar nach Datei oder Projekt. Dabei können die Summen gespeichert und für die Rechnungsstellung verwendet werden – wieder eine Ersparnis an Zeit, die jeder Übersetzer sicher lieber nutzen möchte, um sich seiner eigentlichen Aufgabe noch besser widmen zu können. 
 

Karl-Heinz Fröhlich
Systemadministrator und
EDV-Berater der
Firmengruppe LÓPEZ-EBRI
 


Der Vertrieb für Deutschland, Italien, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein liegt bei der neuen Adresse, wenn es um „Language and Business“ geht, der Firma TransConsulting (ein Unternehmen der Firmengruppe LÓPEZ-EBRI). 
Das Programm ist seit Anfang Oktober erstmals auf dem deutschen Markt zu einem Komplettpreis von 990,00 Euro + MwSt. erhältlich. 
Weitere Informationen über Déjà Vu finden Sie im Internet beim Distributor TransConsulting - Language & Business unter: 
www.lopez-ebri.de/transconsulting 
(s.a. Termine kostenloser Präsentationen von Déjà Vu) 
 

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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 27.05.2003