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Inhalt:

PS und EPS/EPSI

Adobe Illustrator

Was soll wohin

Herkömmliche Verarbeitung

Problematische Filter

Postscript nutzen

Ablaufbeschreibung

Zeit und Geld sparen

Autor

Adobe FrameMaker 5.5 (10)

PS, EPS - Produktionsschiene mit AI und FM

Seit der Übernahme und Weiterentwicklung der Produktgruppe FrameMaker (FM) durch Adobe hat es eine Reihe von Erweiterungen im Bereich der Import- und Exportfunktionen gegeben. Der FrameMaker bettet sich Schritt für Schritt besser in die Adobe-Landschaft ein. Ein technisch hervorragendes Paar bildet der Adobe Illustrator (AI) mit dem Adobe FrameMaker. PostScript (PS)/Encapsulated PostScript (EPS) heißen die benutzten Formate. Mit vielen PS zum EPS und umfangreichem Nutzen im FM!

PS und EPS/EPSI

Schon bei den Dateiformaten müssen wir uns nicht an einen neuen Hersteller gewöhnen, denn PostScript (PS) ist die Gründerentwicklung von Adobe. Dieses Format fand seinen Ursprung Mitte der achtziger Jahre. Mit der Entwicklung von PS durchbrach Adobe das bestehende Verfahren der gesamten druckverarbeitenden Industrie und setzte schnell einen neuen Standard für die Druckverarbeitung.
PS kann von den unterschiedlichsten Programmen erzeugt werden. Eine Reihe von Programmen können PS-Dateien anzeigen, auszugsweise drucken oder für den Druck vorbereitet ausgeben.
Encapsulated PostScript (EPS) oder Encapsulated PostScript Interchange Format (EPSI) ist ein erweitertes PostScript-Format, das als beschreibendes Format, z.B. für Grafiken, vielseitig Anwendung findet. EPS/EPSI bietet die Möglichkeit, ein bildschirmoptimiertes TIFF-Preview in den Vorspann zu integrieren. Dieses Preview wird von der weiterverarbeitenden Software ausgelesen und angezeigt. 
Mit Adobe FrameMaker lassen sich EPS/EPSI-Grafiken einbinden. Dadurch ergeben sich eine Reihe von Vorteilen.

Adobe Illustrator - 
grenzenlos importieren

  • Wie sieht Ihre Umgebung aus?
  • Woher bekommen Sie Ihre Bilddaten? 
  • Wer erstellt die Daten?
  • Welche Formate nutzen Sie heute?
  • Wieviel Zeit inverstieren Sie in die Konvertierung von Bilddaten?
  • Wie lange dauert es, bis Sie ein neues Grafikprogramm in Ihren Produktionsprozeß integriert haben?
All diese Fragen stellen sich, wenn es darum geht, bestehende Lösungen zu erweitern, auf eine neue Software umzustellen, neue Grafikprogramme zu integrieren oder externe Formate zu verarbeiten. Im Umfeld der Technischen Dokumentation wurden und werden hier beträchtliche Anstrengungen unternommen, um die unterschiedlichsten Plattformen und deren Anwendungen miteinander in Einklang zu bringen.

Was soll wohin?

Bevor Sie sich den Kopf zerbrechen, wie Sie Grafiken von Software X in den FrameMaker bekommen, sollten Sie festlegen, welche Grafikinhalte im FrameMaker genutzt werden sollen.
Was soll das denn werden?" geht Ihnen jetzt sicherlich durch den Kopf. ,Natürlich möchte ich die gesamte Grafik im FrameMaker nutzen!".

Ist dies wirklich so?

Stellen Sie sich vor, in Ihrer Firma gibt es einen Bereich, der alle technischen Zeichnungen auf einem CAD System (z.B. Medusa) erstellt. Ein anderer Bereich produziert mit einem Illustrationssystem auf UNIX Grafiken, die z.B. aus der Überzeichnung von gescannten Vorlagen entstehen. Von extern erhalten Sie digitale Retuschen, die z.B. auf einer MAC-Software erstellt wurden. Und all dies soll bei Ihnen im FrameMaker in der Technischen Dokumentation eingebunden werden.

Welche Teile benötigen Sie?

Beispielhaft betrachten wir Daten, die mit CAD- oder CAD-ähnlichen Systemen erstellt wurden. Diese Dateien enthalten häufig Textinformationen, die einen systemeigenen Font benutzen (CAD-Schriften). Der Font entspricht meist nicht den CI-Anforderungen des Bereichs Redaktion/Satz. Folglich ist zu überlegen, wie und wo die Grafiken den richten Satz erhalten.
Es wird zwar die ganze Grafik im FrameMaker benötigt, allerdings muß die Grafik vor der Nutzung modifiziert werden.

Herkömmliche Verarbeitung -
Filter und Funktionsschnittmengen

Normalerweise gibt es aus CAD-Anwendungen heraus eine Reihe von Filtern, die Ihre Daten in ein Austauschformat konvertieren. Formate dieser Art sind z.B. IGES, DXF oder CGM. Der FrameMaker importiert diese Formate.
Die Filter versuchen die Daten zu interpretieren und die Grafik entsprechend umzusetzen. Das Ergebnis wird mehr oder weniger gut ausfallen. 
 
Da die Filter an vielen Ecken angepaßt werden können, investieren Sie jetzt Stunden und Tage und fahren eine Reihe von Tests. Ein Parameter mehr, einer weniger und schon sieht das Ergebnis besser oder schlechter aus.

Warum ist der Einsatz der Filter so problematisch?

Filter werden entweder vom Softwarehersteller des Grafikwerkzeugs selbst oder einem Drittlieferanten erstellt. Dabei wurde festgelegt, welche Funktionen aus der Palette der Möglichkeiten des Filterformats die Konverterentwicklung erfüllen soll. Diese Teilmenge wird dann mehr oder weniger umfangreich umgesetzt und als Filter zum Produkt mit angeboten. Wer sich z.B. mit IGES beschäftigt hat, der weiß, wieviele Optionen und Einstellungen dieses Format anbietet.
 
Auf der anderen Seite steht ein Programm, das eine Konvertierung des Austauschformats, wie z.B. IGES, vornehmen muß. Die Informationen werden eingelesen und entsprechend dem Filterumfang des Zielprogramms eingelesen. 
 
Die Darstellung oben überzeichnet zwar das Problem der Filter, stellt aber deutlich das Grundproblem der Nutzung von Austauschformaten dar.

PostScript nutzen

Wie bereits oben beschrieben kann heute aus jeder Anwendung heraus PostScript erzeugt werden.
 
Der Ablauf sieht wie folgt aus:
  • Grafikanwendung druckt PostScript-Datei
  • Öffnen der PostScript-Datei in Adobe Illustrator (AI)
  • Satztechnische Bearbeitung der Grafik im AI
  • Abspeichern der Grafik als EPS/EPSI mit Tiff-Preview
  • Import der Grafik in FrameMaker per Referenz
Die Vorteile dieser Arbeitsweise liegen auf der Hand: Sie nutzen das Ausgabeformat für die Druckausgabe und benutzen dieses für die Integration der Grafiken in den FrameMaker. Die Anpassungen von Filterformaten wie IGES, CGM oder DXF entfällt. Das Problem der Filterschnittmengen bzgl. der unterstützten Funktionen muß nicht berücksichtigt werden. Der FrameMaker importiert als Referenz nur die EPS-Information des TIFF-Previews und kümmert sich nicht weiter um das EPS. Die Bearbeitung wird dadurch erheblich beschleunigt, da nicht immer das gesamte EPS gelesen werden muß. Sie erhalten bei der Ausgabe aus dem FrameMaker hochwertige PS-Dateien, da hier das EPS direkt in den PS-Code eingebettet wird. Eine nochmalige Konvertierung entfällt.
D.h. das Druckausgabeformat PostScript, das eine Grafikanwendung beim Druckprozeß erzeugt, wird über den Weg Adobe Illustrator in kleinen Bereichen aber ohne Veränderung des Formats angepaßt und direkt im FrameMaker eingebettet. Bei der Ausgabe des Dokuments aus dem FrameMaker erfolgt keine weitere Konvertierung der EPS/EPSI-Grafik. Datenverluste durch Formatänderungen entfallen ebenso wie zeitaufwendige Filterprozeduren.

Ablaufbeschreibung

Nachfolgend wird am Beispiel einer CAD-Zeichnung die Verfahrensweise bei der Nutzung von PostScript als Grafikformat beschrieben.
  • Drucken Sie aus der CAD-Anwendung ein PostScript-File
  • Öffnen Sie den Adobe Illustrator
  • Importieren Sie mit ,Datei > Öffnen" die PS-Datei
  • Die Datei könnte wie folgt aussehen
  • Ändern Sie die satzspezifischen Informationen der Zeichnung, z.B. Font wird in CI-Font ausgetauscht
  • Speichern Sie die Datei im Adobe Illustrator mit ,Datei > Speichern Unter ..." als EPS-File mit Tiff-Preview ab

 
 

  • Wichtig: bei der Definition des EPS-Formats muß die Definition für die Bildschirmanzeige, hier 8-Bit IBM PC, festgelegt werden.
  • Öffnen Sie den FrameMaker
  • Importieren Sie die EPS-Grafik mit ,Datei > Importieren > Datei ..."
  • Wählen Sie die EPS-Grafik aus und definieren Sie den Import, z.B. mit der Option ,Importieren durch Referenz"
  • Die Grafik wird im FrameMaker angezeigt (nur das Tiff-Preview)
 
Änderungen an der Grafik werden entweder im CAD-System oder im Adobe Illustrator durchgeführt. Durch die Ablage der geänderten EPS-Grafik unter dem gleichen Pfad und Namen wird die Grafikreferenz im FrameMaker-Dokument direkt aktualisiert. Anpassungen im FrameMaker entfallen.

Zeit und Geld sparen

Sie werden sich sicherlich die Frage gestellt haben, wieviele Adobe-Produkte Sie zur Zeit einsetzen und welche Sie durch diesen Prozeß zusätzlich benötigen. Natürlich begeben Sie sich bei dieser Lösung in eine Herstellerabhängigkeit. Doch wer bewußt seine Produktionslandschaft betrachtet, der wird feststellen, daß diese Abhängigkeiten in einer Reihe von Anwendungen schon vorhanden ist. Z.B. finden haben Sie das Problem auf dem PC bei allen Windows-Oberflächen. PostScript finden Sie ebenso auf allen Plattformen als Standard für die Ausgabe. Auf der anderen Seite haben Sie durch die Einführung des beschriebenen Verfahrens die Möglichkeit, die Adobe stark ausgeprägte Innovationskraft im Bereich Grafik, Viewing und DTP zu nutzen. Diese Lösungen nutzen die Vorteile integrierter Programmlandschaften. So sparen Sie Zeit und Geld.

Noch ein Hinweis

Dieser Produktionsprozeß läßt sich nicht nur mit dem Format PostScript, sondern auch auf Basis von PDF durchführen. PDF, ebenfalls eine Entwicklung von Adobe, kann in gleicher Wiese in den Adobe Illustrator eingelesen und weiterverarbeitet werden. 
 
Diplom-Betriebswirt (FH)Martin Wanka
Produktmanager Publishing (COI-E)
COI GmbH
Industriestraße 1-3
91074 Herzogenaurach


 

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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 03.05.2004