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Software

Eingangsbetrachtung

Anfang

Prozeßanalyse

Der Weg zum Dokument

Wo bleibt das Produkt

DTD

EDD

Template

Weitere Ansichten

Arbeiten mit Elementen

Beispiel

EDD und API

SGMLAPPS

SGML -Deklaration

Zum Schluß

Ausblick

  Autor

Adobe FrameMaker 5.5 (11)
 

FrameMaker+SGML - 
Prozeßanalyse und Ersteinstieg
 

Neben FrameMaker bietet Adobe ein zusätzliches Produkt als Werkzeug im SGML-Umfeld an. Der Name des Produkts lautet: FrameMaker+SGML. Welche Aufgaben Sie damit erledigen können und wie die Verfahrensweise dieses Produkts aussieht,  beschreibt dieser Artikel.

Software-Pakete

Die Produktgruppe FrameMaker teilt sich auf in das DTP-Werkzeug FrameMaker und das DTP- und SGML-Werkzeug FrameMaker+SGML. Beide Software-Pakete sind zur Zeit in der Version 5.5.6 in deutscher Sprache für die Plattformen WIN 95, WIN NT 4.0, UNIX(SUN, HP, IBM, SGI) und Mac auf dem Markt.
FrameMaker+SGML aus dem Hause Adobe Systems bietet den kompletten Leistungsumfang des FrameMakers und darüber hinaus eine umfassende Funktionsbibliothek für die Erstellung und Verarbeitung von SGML-Daten. Das Produkt gliedert sich hervorragend in die Adobe Produktpalette - Adobe Acrobat, Adobe Illustrator, Adobe PostScript u.a. - ein.

Eingangsbetrachtung

In der Praxis treffen immer wieder zwei grundlegende Betrachtungsweisen aufeinander. Der eine Teil der "Glaubensgemeinschaft" hält die Fahne der "nativen Editoren" hoch, der andere Teil bevorzugt Editoren, die aus dem DTP-Bereich kommen und im WYSIWYG-Modus arbeiten.
FrameMaker+SGML, der programmtechnisch  auf der Basis des DTP-Werkzeugs FrameMaker aufbaut, erleichtert den Einstieg zu SGML durch eine identische Oberfläche im SGML-Produkt. Die Arbeitsweise im Dokument unterscheidet sich kaum von der üblichen DTP-Vorgehensweise im reinen DTP-Werkzeug.
FrameMaker+SGML kann allerdings auch zu einem Nativen Editor umgebaut werden. Dies ermöglicht die offene Architektur des Produkts. Die Anpassungen erfolgen über das FrameMaker-Developers-Kit (FDK). Mit Hilfe der Programmiersprache C ist es möglich, den Leistungsumfang von FrameMaker+SGML zu beeinflussen und den Anforderungen des Projekts entsprechend anzupassen.

Aller Anfang ist schwer!

Dieser Satz gilt ganz besonders für das Thema SGML. SGML ist komplex und wirkt sich auf eine Reihe von Prozessen aus.
Der Weg zu SGML und FrameMaker+SGML ist gut zu planen und entsprechend vorzubereiten. Die Planung des Einsatzes von SGML in Ihrem Unternehmen setzt als Grundlage eine umfassende prozeßorientierte Analyse der Unternehmensabläufe und Informationsflüsse voraus. Aus der Analyse ergeben sich schnell eine Reihe von wesentlichen Ansatzpunkten für den Einsatz von SGML.
Es zu beurteilen, welches Verbesserungspotential in der Standardisierung einzelner Abläufe und in der Vereinheitlichung komplexer Prozeßstrukturen steckt. 
Potential findet sich vor allem in der Zusammenführung von Informationen in einer Basis und der Mehrfachnutzung dieser Daten für diverse Ausgabemedien. Ein weiteres Potential liegt in der Automatisierung bzw. Teilautomatisierung von immer wieder anfallenden Routineprozessen bei der Erstellung Technischer Dokumentationen.

Prozeßanalyse - ein Beispiel

Zur Erstellung einer Preisliste, die einmal pro Jahr verändert und ergänzt wird, fallen regelmäßig Aufwände an für:
  • Preisfindung
  • Eingabe Preise in Preis-Datenbank (DB)
  • Abgleich Artikelstamm
  • Abgleich Bilddaten
  • Abgleich Technische Daten
  • Zusammenführung in DB
  • Übernahme der Daten in DTP-Werkzeug
  • Redaktion
  • Sprachmanagement
  • Satz
  • Belichtung
  • Druck
Ziel der Prozeßanalyse ist die Verbesserung der Prozeßzeiten und Vereinfachung des Prozeßhandlings. In unserem Beispiel steckt erheblicher Aufwand im Datenabgleich und der Zusammenführung der Informationen in einer allgemeingültigen Informationsdatenbank.
Neben den DV-technischen Anpassungen tritt zusätzlich das Problem der bereichsübergreifenden Anpassungen auf. Der kaufmännische Prozeß der Preisgestaltung muß mit den technischen Prozessen der Artikelverwaltung und der Technischen Dokumentation in Einklang gebracht werden. 
Liegt der Plan für die Veränderung der Prozesse vor, werden die einzelnen Schnittstellen analysiert. Die Zielsetzung definiert eine eindeutige Zuordnung von Preisen und Artikeln, die Zusammenführung dieser Information mit den technischen Daten (z.B. Abmessungen, Gewicht, Größe, Menge), die Zuordnung von Bilddaten und Ablage aller Daten in einer Informationsdatenbank.

Der Weg zum Dokument

Die Lösung, um von der Informationsdatenbank zur medienneutralen Technischen Dokumentation zu kommen, heißt SGML. Aus der Datenbank heraus wird SGML generiert. Für die gedruckte Version der Preisliste richten Sie eine Applikation in FrameMaker+SGML ein. Die Daten werden eingelesen, gesetzt und entsprechend den Layoutanweisungen umgesetzt. Die generierte Preisliste deckt im Normalfall einen Großteil der sonst händischen Tätigkeiten ab. Einzelne Anpassungen nimmt die technische Redaktion im FrameMaker-Dokument vor. Die Ausgabe der Daten erfolgt entweder als Belichtung oder über digitalen Druck. 
Die Informationsdatenbank kann, neben der Generierung von SGML-Daten für FrameMaker+SGML, z.B. für die Ausgabe nach HTML/XML oder als Basis für einen CD-ROM-basierten Produktkatalog eingesetzt werden.

FrameMaker+SGML - 
wo bleibt das Produkt

Sicherlich haben Sie sich schon die Frage gestellt, ob sich dieser Artikel wirklich mit FrameMaker+SGML auseinandersetzt oder einer der vielen praxisfremden Abhandlung ist.
Keine Sorge, FrameMaker+SGML findet seinen Platz. Wenn Sie sich bewußt werden, daß SGML nicht nur mit FrameMaker+SGML, sondern mit großen Teilen Ihres Unternehmens zusammenhängt, dann haben Sie die Komplexität von SGML schon etwas besser einschätzen gelernt.
Im Folgenden erfahren Sie, welche Komponenten für eine Anwendung mit FrameMaker+SGML notwendig sind, wie sie zu diesen Teilen kommen und wie der FrameMaker+SGML eine SGML-Anwendung verarbeitet.

DTD - Die Strukturregeln

Die Document Type Definition(DTD) ist nichts weiter als die Abbildung der Strukturregeln einer Klasse von Dokumenten in einer Datei. Wesentliche Inhalte der DTD sind die Strukturelemente, ihre hierarchischen Beziehungen zueinander und beschreibende Einträge. So beinhaltet der Prolog die DOCTYPE-Deklaration. Hier ist der Dokumenttypname und die dazu gehörige DTD definiert.

DTD Erstellungswerkzeuge

Zur Erstellung einerDTD gibt es eine Reihe von Werkzeugen, wie z.B.:
  • Inside & Out
  • Near & Far Designer
Diese Werkzeuge helfen bei der Definition der DTD. Sie unterstützen den Anwender bei der Definition von Strukturelementen und der Architektur der Elemente zueinander.
Z.B. werden die in der DTD abgelegten Strukturregeln durch das DTD-Werkzeug Near & Far Designer grafisch abgebildet. 
Die Datei selbst, die im ASCII-Format vorliegt, sieht dann wie folgt aus:
<!DOCTYPE memo [<!--MemorandumExample-->


<!ENTITY % text "((#PCDATA) | bold | italic | icon)" --text-- >

<!ELEMENT memo - O (header,body) --Company Memo Example--
--The high level structure of a memorandum-->
<!ATTLIST memo--Memorandum Example - Attribute List-000--priority(Urgent,Important,Normal) "Normal"--Priority-->
<!ELEMENT header - O (to+,from,(cc* & bcc*),(date | sysdate*)*,subject)--MemorandumExample Header-->
<!ELEMENT body - O (para+) +(footnote) --body-- >
<!ELEMENT to - O (#PCDATA) --to-- >
<!ELEMENT from - O (#PCDATA) --from-- >
<!ELEMENT cc - O (#PCDATA) --cc-- >
<!ELEMENT bcc - O (#PCDATA) --bcc-- >
<!ELEMENT date - O (#PCDATA) --date-- >
<!ELEMENT sysdate - O EMPTY --sysdate-- >
<!ELEMENT subject - O (%text;) --subject-- >
<!ELEMENT para - O (%text;) --para-- >
<!ELEMENT footnote - O (%text;) -(footnote) --footnote-- >
<!ELEMENT bold - O (#PCDATA) --bold-- >
<!ELEMENT italic - O (#PCDATA) --italic-- >
<!ELEMENT icon - O EMPTY --icon-- >
<!ATTLIST icon --Graphic Attributes--
name CDATA #REQUIRED
--Name of File Containing the Icon--
type CDATA #FIXED "GIF"--Type of Graphic-->
<!NOTATION Bitmap SYSTEM "c:\graphics\showpic.exe" --Bitmap Graphic-->
<!NOTATION GIF SYSTEM "c:\util\view32.exe" --GIF Graphics Format-->
<!ENTITY % ISOlat1 PUBLIC "ISO 8879-1986//ENTITIES Added Latin 1//EN""c:\Iso\Isolat1.gml" --ISOlat1 Character Set-->
<!ENTITY AddressList SYSTEM "c:\memo\address list.txt" --AddressList of Memo Recipients-->
]>
EDD 

Das Hauptproblem bei der Erstellung einer DTD liegt in der Sichtung der Dokumentbestände, der Festlegung von Dokumentklassen sowie der Strukturanalyse und -festlegung der für diese Klassen gültigen Strukturregeln.
 

EDD - Der Schritt zum Layout

FrameMaker+SGML arbeitet als DTP-Programm wie das Basis-Produkt FrameMaker im WYSIWYG-Modus. Inhalte werden einem Layout zugeordnet und entsprechend den Richtlinien des EDD und der Clients umgesetzt.
 
Die EDD übernimmt dabei die Aufgabe, in der SGML-Instanz (dies ist eine SGML-Datei auf derBasis einer DTD) auftretende Elemente dem Layout zuzuordnen. Sie definiert dabei die Elemente und Strukturen sowie deren Verhalten im FrameMaker+SGML-Dokument.
Letztlich bildet die EDD die DTD in einem für FrameMaker+SGML verarbeitbaren Format ab. Dabei können eine Reihe von Formatregeln berücksichtigt werden, um das kontextsensitive Verhalten layoutgerecht umzusetzen. 
Um ein EDD zu erstellen nutzt FrameMaker+SGML die SGML-Systematik schon für die eigenen Applikationsdateien. Die EDD ist selbst ein strukturiertes Dokument.
  • Mit "Datei > Entwicklungswerkzeuge >Neues EDD" erstellen Sie ein neues EDD

 
Im nächsten Schritt importieren Sie die DTD in die EDD. Damit werden alle Elemente der DTD interpretiert und in das EDD abgelegt.
 
  • Mit "Datei > Entwicklungswerkzeuge > DTD importieren..." wird die DTD eingelesen
 
Speichern Sie jetzt die EDD ab. Sie werden diese zu einem späteren Zeitpunkt weiter verfeinern.

Template erstellen

Wie beim FrameMaker verwendet die Anwendung auch im FrameMaker+SGML Templates als Grundlage für die Erstellung von Dokumentationen. Sie können ein bereits bestehendes Dokument der Dokumentklasse nutzen und als Template ablegen.
 
Die Beschreibung des Vorgehens zur Erstellung von FrameMaker-Dokumenten finden Sie in den bereits veröffentlichten Artikeln dieser Serie.
 
Im Template sind die typografischen und satztechnischen Regeln für die Verwendung von Absatz- und Zeichenformaten festzulegen. Die Erstellung und Verwendung dieser Formate sollte sich bereits jetzt schon an den Strukturen der Dokumentklasse orientieren. Damit ist gewährleistet, daß die zu erstellenden Regelmechanismen ausreichend Möglichkeiten bei der Verwendung des Templates enthalten.

EDD erstellen und mit dem
Template verschmelzen

Jetzt ist es an der Zeit,die EDD weiter zu bearbeiten.
  • Mit "Datei > Öffnen ..." und Auswahl der EDD-Datei wird die EDD in den FrameMaker+SGML geladen

Weitere Ansichten

FrameMaker+SGML bietet neben den bereits bekannten und angesprochenen Funktionen eine Reihe von SGML-Leistungsmerkmalen an.

Strukturansicht

Die Strukturansicht eines SGML-Dokuments erhalten Sie durch Nutzung der SGML-Funktionsbuttons im Dokumentfenster.
 
  • Klicken Sie auf  , das Symbol für die Strukturansicht rechts oben im Dokumentfenster
Die Strukturansicht zeigt den hierarchischen Aufbau des EDD in Form eines Strukturbaumes. Es werden die einzelnen Elemente in Ihrer Zuordnung zu anderen Elementen angezeigt. Außerdem markiert FrameMaker+SGML alle Stellen in der EDD farbig, die eine Strukturverletzung aufweisen.

Elementansicht

Die Elementansicht, ein Fenster, das alle Elemente des Dokuments anzeigt, erhalten Sie durch:
 
  • klicken auf  , dem Symbol für die Elementansicht rechts oben im Dokumentfenster

 

Arbeiten mit Elementen
und Strukturen

FrameMaker+SGML bietet Ihnen die Möglichkeit, entweder im Dokument oder im Strukturfensteroder in beiden kombiniert zu arbeiten.
Hier ein kleines Beispiel,wie Sie in der EDD eine Regel definieren und mit den Fenstern Elemente und Strukturansicht arbeiten.
Es soll eine Regel fürdas Element <Para> angelegt werden, die das Element in einem Absatzmit dem Absatzformatnamen "Haupttext" ablegt und beim ersten Element <Para>im Element <body> den Abstand für diesen Absatz auf 15 pt festlegt.
 
  • Suchen Sie im geöffneten EDD nach dem Elementeintrag "Para"

 
  • Klicken Sie in den Eintrag Para des EDD

 
 
FrameMaker+SGML setzt die Schreibmarke zum einen in das Dokument, zum anderen wird im Strukturfenster entsprechend die Marke auf den Struktureintrag gelegt. Außerdem zeigt das Elementfenster die jetzt gültigen (je nach Einstellung) Elemente an.
 
Vor dem Wechsel zu Para: 

 
Nach dem Wechsel zu Para:
 
Das Elementfenster hat verschiedene Einstellungen für die Darstellung der jeweiligen Elemente.
Über die Funktion "Optionen ..." zeigt FrameMaker+SGML das Optionenfenster. 

 
Die Symbole des Elementfensters haben folgende Bedeutung:
  • Dunkles Häkchen: Das Element ist an der aktuellen Position gültig. Wenn Sie das Element einfügen, handelt es sich bei dem aktuellen (übergeordneten) Element bis zu dieser Stelle um ein korrektes und vollständiges Element
  • Pluszeichen: Das Element ist ein Einschluß im aktuellen Element und ist an der aktuellen Position gültig. Das Pluszeichen erscheint immer neben einem dunklen Häkchen.
  • Fragezeichen: Das Element ist ein möglicher Ersatz für das Element direkt nach der Einfügemarke oder für die ausgewählten Elemente. Es ist an der aktuellen Position gültig,bewirkt jedoch, daß untergeordnete Elemente, die darauf folgen, ungültig werden. Wenn Sie ein Element mit einem Fragezeichen einfügen, ist das aktuelle (übergeordnete) Element bis zu dieser Stelle vollständig und korrekt.
  • Helles Häkchen: Das Element ist später im aktuellen Element gültig. Wenn Sie eines dieser Elemente einfügen, ist das aktuelle (übergeordnete) Element zwar korrekt, aber bis zu diesem Punkt noch unvollständig. Sie müssen die fehlenden untergeordneten Elemente einfügen
  • Kein Symbol: Wenn ein Element in einem Katalog kein Symbol aufweist, ist es an der aktuellen Position bzw. später im aktuellen Element nicht gültig. Es kann jedoch weiter vorne im aktuellen Element oder außerhalb des Elements gültig sein.
Mit den Optionen für die Darstellung des Elementfensters legen Sie fest, welche Elemente FrameMaker+SGML Ihnen bei der Bearbeitung des EDD anbieten soll. Der Eintrag "Alle Elemente" listet alle verfügbaren Elemente auf.

Zurück zu unserem Beispiel

Die Schreibmarke in dem EDD steht im Moment im Eintrag Para. Im Strukturfenster steht der Cursor ebenfalls im Eintrag Para.
  • Klicken Sie im Strukturbaum unter den Eintrag
Im Elementkatalog erscheinen die gültigen Elemente.
  • Fügen Sie nacheinander durch Doppelklick auf das jeweilige Element im Elementfenster die Elemente <Textformatregeln>,<AlleKontextregeln>, <Absatzformatierung> und <Absatzformattyp>ein. 

  • Im Elementfenster erscheint jetzt

Das im Fenster angebotene Element <TEXT> sagt Ihnen, daß FrameMaker+SGML jetzt eine Texteingabe erwartet. 

  • Geben Sie den zu verwendenden Absatzformatnamen, hier "Haupttext", ein. 

  • Die EDD stellt sich folgendermaßen dar:
 
Im nächsten Schritt wird die Regel für das erste Element <Para> im Element <body> festgelegt. Der Zweck ist, daß nur das erste Element <Para> im Absatz "Haupttext" einen größeren Abstand zum vorherigen Absatz haben soll.
 
  • Klicken Sie in der Strukturansicht im Strukturbaum an die Stelle, an der Sie ein weiteres Element im Element <Textformatregeln>nach dem Element <alle Kontextregeln> anlegen können (siehe Markierung)



 

  • Fügen Sie nacheinander die Elemente <AlleKontextregeln>,<Absatzformatierungen>, <EinstellungenBasis>, <Absatzabstand> und <AbstandOben> ein
Die EDD enthältjetzt folgende Regeln für das Element <Para>

 

EDD und API

Für alle in einer SGML-Instanz vorkommenden Elemente werden die Regeln nach Bedarf angepaßt. Die Möglichkeiten des EDD sind sehr umfangreich. Jedoch kommt es immer wieder vor, daß Layoutumsetzungen nicht mit dem EDD gelöst werdenkönnen. In diesem Fall muß mit Hilfe des FrameMaker DevelopersKit (FDK) ein Client geschrieben werden, der die fehlenden Informationen und Funktionen entsprechend umsetzt.

Endlich fertig?

Die Vermutung steht nahe, daß FrameMaker+SGML jetzt mit dem Template und dem EDD arbeiten kann. Dem ist jedoch nicht so. Vielmehr wird nach erfolgreicher Erstellung des EDD mit geprüfter Struktur und der Umsetzung des geforderten Layouts als Template die EDD mit dem Template verheiratet. Dazu wird die EDD in das Template importiert.
 
  • Öffnen Sie das Template
  • Öffnen Sie zusätzlich die EDD
  • Aktivieren Sie das Fenster des Templates

  • Mit "Datei > Importieren > Elementinformationen" erhalten Sie dieses Auswahlfenster:



 

  • Wählen Sie die EDD aus
  • Mit "Importieren" werden die Informationen des EDD in das Template eingebunden
  • Bestätigen Sie mit "OK" den erfolgreichen Abschluß des Imports
  • Klicken Sie auf "Zurück" und verneinen Sie die Anfrage zur Speicherung des Log-Files.
  • Speichern Sie das Template ab.
Das Template hat jetzt die Informationen der EDD eingebettet. Änderungen an den EDD-Regeln nehmen Sie in dem EDD vor. Danach importieren Sie diese wieder in das Template und speichern es ab.

Und noch etwas - die SGMLAPPS

Um die gesamte Applikation im FrameMaker+SGML aufzusetzen, muß jetzt die Applikation eingerichtet werden. In unserem Fall ist der Name der Applikation "TESTSerieFM".
Die Definition der Applikation erfolgt in der Datei sgmlapps.fm. Auch diese Datei ist ein FrameMaker+SGML-Dokument mit Struktur. Die Arbeit zur Erstellung der Applikation erfolgt entsprechend dem Vorgehen bei der Bearbeitung des EDD.
  • Öffnen Sie die Applikationsdatei mit "Datei> Entwicklungswerkzeuge > SGML Anwendungsdatei bearbeiten"
FrameMaker+SGML öffnet die Applikationsdatei.
  • Klicken Sie im Strukturfenster im Strukturbaum unter das Element <Version>
  • Mit Doppelklick auf die einzelnen Elemente erstellen Sie die folgenden Elemente mit den jeweiligen Inhalten, die Sie im FrameMaker+SGML-Dokumentfenster eingeben: <ApplicationName> TESTSerieFM, <SGMLDeclaration> TESTSerieFM,<DTD> memo.dtd, <DOCTYPE> memo, <Template> TESTSerieFM.tpl, <ReadWriteRules>TESTSerieFM.rw.
Das Strukturfenster zeigt die sgmlapps.fm-Datei mit den neuen Inhalten:


Der Inhalt der Datei im Dokumentfenster stellt sich entsprechend dar.

  • Mit "Datei > Sichern" speichern Sie die sgmlapps.fm-Datei ab.
  • Aktivieren Sie die Datei mit "Datei > 
    Entwicklungswerkzeuge> SGML Anwendungsdatei erneut laden" damit die Änderungen ohne Neustart des FrameMaker aktiv werden.

SGML - Deklaration und RW-Rules

Der Eintrag der SGML-Deklaration in der sgmlapps.fm-Datei ist optional. Die Spezifikation ist nur dann notwendig, wenn die Applikation eine vom Standard abweichende Deklaration benötigt. Anderenfalls verwendet FrameMaker+SGML automatisch eine dem Standard entsprechende Deklaration.
Die in der Deklaration genannten Einträge werden bei der Prüfung der SGML-Instanzen während des Import- und Export-Vorgangs in FrameMaker+SGML geprüft und bei Abweichung mit einer entsprechenden Fehlermeldung in der Anwendung protokolliert.
Die Lese-/Schreibregeln beinhalten Regeln beim Im- und Export von Instanzen mit dem FrameMaker+SGML. Z.B. können gekürzte Elementnamen der Instanz in sprechende Namen innerhalb FrameMaker+SGML umgewandelt werden. So könnte das Element <abb> in der FrameMaker-Anwendung umgesetzt werden in <Abbildung>.
Die Lese-/Schreibregeln (Read-/Write-Rules, RW-Rules) für eine Dokumentklasse befinden sich in einer gesonderten Datei.
element ,abb" is fm element,Abbildung"
Die Festlegung der RW-Rules kann sehr umfangreich gestaltet werden und hängt von den Vorgaben und Notwendigkeiten der Applikation ab. Wesentlich beim Einsatz dieser Umsetzungsregeln ist, daß damit eine Reihe von Anpassungen bereits beim Import und Export der Instanzen erledigt werden können. 

Umfangreiche Informationen zum Thema FrameMaker+SGML finden sich im Online-Handbuch der Software,dem "FrameMaker+SGML Developer´s Guide", dem Entwicklerhandbuch zumFrameMaker+SGML.
 

Zum Schluß

Sobald alle Teile der Anwendung definiert sind, kann die Applikation zum Einsatz kommen. Mit FrameMaker+SGML werden Dokumente erstellt und mit "Datei > Sichern als..." im Format SGML abgelegt. FrameMaker+SGML fragt nach der zu verwendenden Anwendung, falls diese nicht schon bekannt ist, und exportiert danach die strukturierte FrameMaker+SGML-Datei nach SGML. Dabei werden alle Regeln der Anwendung berücksichtigt. Strukturverletzungen oder Regelverstöße protokolliert die Anwendung und gibt sie in einem Fehlermeldungsfenster am Bildschirm aus. 

Ausblick

Es ist klar, daß dieser Artikel nur einen kleinen Einblick in das Thema FrameMaker+SGML geben kann. Um zu einer SGML-Anwendung mit FrameMaker+SGML zu kommen, können Sie die Anwendung entweder selbst entwickeln oder Sie wenden sich an Systemhäuser, die sich umfassend in diesem Bereich auskennen. Dies spart zum einen Geld, zum anderen Zeit und Ärger bei den vielen kleinen Hürden die eine neue Anwendung mit sich bringt.
 
Wesentlich ist in jedem Fall, daß Sie mit FrameMaker+SGML bei bestehenden Redaktions- und Satzabteilungen kaum Akzeptanzprobleme beim Einsatz von SGML haben werden. Die Anwender finden sich schnell und gut in der WYSIWYG-Umgebung zurecht. Und wer tatsächlich nicht auf einen nativen Editor verzichten möchte, der kann dies dem FrameMaker durch ein paar Systembefehle ebenfalls beibringen.
 
Durch die offene Architektur des Produkts FrameMaker+SGML, der Integration in die Adobe-Produktpalette und die steigende Notwendigkeit, Informationen für eine ganze Reihe von Ausgabemedien zu nutzen, läßt sich FrameMaker+SGML leicht in bestehende Umgebungen integrieren.
 
Der Blick auf die Unternehmensprozesse zeigt Ihnen schnell Potentiale für verbessertes Informationsmanagement auf. Mit SGML werden Unternehmensprozesse geradliniger, eindeutig und effizienter.
 
Datenbankkopplungen, Ausgabeprozeduren und Konvertierungsmechanismen zur Strukturierung von Altdatenbeständen sind nur einige Problempunkte, die sich mit FrameMaker+SGML erledigen lassen.

FrameMaker+SGML bietet vielfältige Möglichkeiten zur Erstellung und Verwaltung von SGML-Instanzen. FrameMaker+SGML kann über API programmtechnisch an die Projektanforderungen angepaßt werden. Adobe hat auch den Schritt gewagt, die englische Anwendung FrameMaker+SGML zu nationalisieren und z.B. in der Sprache Deutsch auf den Markt zu bringen. Leider wurde der Schritt nicht komplett vollzogen, denn das Entwicklerhandbuch ist in englischer Sprache, die Anwendungselemente der Umgebung wurden aber übersetzt. Das Problem stellt sich dann, wenn Sie eine neue Applikation aufsetzen, deutsche Elemente in der EDD für die Regelmechanismen verwenden und versuchen, die angebotenen deutschen Elemente bzgl. ihrer Funktionalität im englischen Entwicklerhandbuch nachzulesen. Leider hat Adobe bis heute versäumt, die einzelnen Funktionen wenigstens in einem Wörterbuch der englischen Sprache zuzuordnen. Vor allem zu Beginn der Arbeit mit FrameMaker+SGML geht viel Zeit durch die Suche im Entwicklerhandbuch verloren. Ein nationalisiertes Entwicklerhandbuch in deutscher Sprache ist absolut notwendig.
 
 

 

Diplom-Betriebswirt (FH)Martin Wanka
Produktmanager Publishing (COI-E)
COI GmbH
Industriestraße 1-3
91074 Herzogenaurach
E-Mail: wankamrt@coi.de

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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 03.05.2004