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  Inhalt:
 
 
 
Kurzcharakteristik der Programme
  
Seitengestaltung - Vorgabeseiten, Arbeitsseiten, Referenzseiten ...
  
Textverarbeitung: Absatz- und Zeichenformate
  
Spezialitäten von FrameMaker
  
Fazit
  
Autor
  

 

Adobe FrameMaker statt Quark XPress 
FrameMaker und Anforderungen im PrePress-Bereich 
 

Kurzcharakteristik der Programme 

Beide Programme sind rahmenorientierte Desktop-Publishing-Programme für Satz-/Layout mit vollständiger WYSIWYG-Funktionalität. 

FrameMaker kommt ursprünglich aus der Technischen Dokumentation , wo er wahrscheinlich eine führende Position einnimmt. Das Programmkonzept ist auf die Umsetzung großer Datenmengen (Text und Bild) ausgelegt, wobei die Gestaltung der einzelnen Seite eine untergeordnete Rolle spielt - das Layout wird durch den Inhalt bestimmt. 

Der Haupteinsatz von XPress liegt eindeutig im Akzidenz- und Zeitschriftensatz . Hier kommt es, im Gegensatz zu FrameMaker, auf die Einzelseite an: Text-/Bild-Integration mit starken typografischen Finessen und wesentlich besserer Bildverarbeitung - der Inhalt wird vom Layout dominiert. 

Warum dann überhaupt vergleichen? 

Warum sollte man diese beiden Programme überhaupt vergleichen, da doch FrameMaker in einem ganz anderen Gebiet beheimatet ist? 

FrameMaker wird im konventionellen Fotosatz immer populärer. Das heißt, er dringt in eine von XPress unumstritten kontrollierte Domäne ein. Eingefleischte XPress-Setzer fragen dann zu Recht nach dem Für und Wider eines zusätzlichen DTP-Layoutprogramms. 

Anhand von speziellen Funktionen werden hier FrameMaker und XPress gegenübergestellt. 

FrameMaker 

Die Stärken 

  • Hoher Automatismus für Mengensatzumsetzungen: Querverweise - Links - Generierte Verzeichnisse - 
  • Generierte Listen - Automatische Kopf- und Fußzeilen - Bedingter Text - Variablen ... 
  • Oft wiederholte Layoutraster 
  • Strukturorientierte Verarbeitung von Textdaten 
  • Nahezu reibungsloses plattformübergreifendes Arbeiten (MAC, WIN, UNIX) 
  • Mehrere Datenformate: binär (original), MIF (ASCII), SGML (ASCII) 
Die Schwächen 
  • Etwas geringere typografische Möglichkeiten 
  • Noch geringer Marktanteil in der klassischen Druckvorstufe
  • Umständliches Arbeiten bei Einzellayoutseiten 

       

    

         

  FrameMaker ist stark im Bereich Mengensatz und Wiederholung von Layout und Formaten. 

XPress 

Die Stärken 

  • Hochwertige typografische Funktionalität 
  • Freie Gestaltung 
  • Wiederholte starre Layoutraster sind eher selten 
  • Auf Umsetzung von Einzelseiten optimiert 
  • Farbe 
  • Hohe Text-/Bildintegrationsmöglichkeiten 
  • Wahrscheinlich Marktführer in der klassischen Druckvorstufe 
Die Schwächen 
  • Probleme bei der Datenübergabe zwischen Plattformen (MAC, WIN) 
  • Nur binäres Datenformat verfügbar 
  • Umständliche Programmierschnittstelle 

XPress ist ein Layoutprogramm für individuell gestaltete und sehr komplexe Seiten. 

Seitengestaltung - Vorgabeseiten, Arbeitsseiten, Referenzseiten ... 

Der Grundgedanke über den Einsatz von Vorgabeseiten ist in Ansätzen bei beiden Programmen nahezu gleich. Beim automatischen Handling, insbesondere Seitenwechsel links/rechts, hat jedoch FrameMaker die Nase vorn. 

XPress 

  • Anlegen von beliebig vielen Vorgabeseiten 
  • Zuweisen von Vorgabeseiten auf eine Arbeitsseite 
  • Um spezielle Seitenformate (Leporello etc.) zu erzeugen, können mehrere Vorgabeseiten nebeneinander geschaltet werden 
  • Alle Elemente der Vorgabeseiten können auf den Arbeitsseiten bearbeitet werden 
  • Änderungen auf den Vorgabeseiten wirken sich auf die Arbeitsseiten nicht aus 
  • Nachträgliche Seitenwechsel links/rechts sind problematisch 

In XPress können mehrere Typen von Vorgabeseiten angelegt werden, die im Layout auch nebeneinander angeordnet sein können. 

FrameMaker 

  • Anlegen von beliebig vielen Vorgabeseiten 
  • Zuweisen von Vorgabeseiten auf eine Arbeitsseite 
  • Es gibt maximal den Seitenwechsel links/rechts 
  • Auf den Arbeitsseiten können ausschließlich Textflüsse mit Textflußnamen bearbeitet werden 
  • Änderungen auf den Vorgabeseiten wirken sich auf die Arbeitsseiten sofort aus, können aber auch unterdrückt werden 
  • Sehr einfache Seitenwechsel links/rechts 

FrameMaker-Vorgabeseiten sind bestenfalls gegenüberliegend, können allerdings auch im Querformat angelegt sein. 

Textverarbeitung: Absatz- und Zeichenformate 

Beide Programme arbeiten mit Text-Stilvorlagen - sowohl für Absatzformate als auch für Zeichenformate. 

Die Formatkataloge von XPress

Die Formatkataloge von FrameMaker 

XPress 

Anhand der Einstellungsmöglichkeiten sieht man, daß XPress stärker auf typografische Funktionalität Wert legt.

 
  Einrichten von Stilvorlagen in XPress. 

FrameMaker 

Die Einstellungen bei FrameMaker für Absatzformate zielen mehr auf Automatismen in der Bearbeitung von großen Textmengen. 

 
  Die Einstellungsmöglichkeiten für ein Absatzformat bei FrameMaker. 

Spezialitäten von FrameMaker 

  • Buchdatei 
  • Generierte Dateien 
  • Tabellen 
  • Marken 
  • Variablen 
  • Fußnoten 
  • Hypertext 
  • Bedingter Text 
  • Verankerte Rahmen 
  • Umfangreiche Im- und Exportfilter 
  • Manipulationsmöglichkeiten der Benutzeroberfläche durch den Anwender 
  • Sehr gute Möglichkeiten der Datenbankanbindung 
  • SGML (nur FrameMaker+SGML) 
Fazit 

FrameMaker soll, kann und wird XPress aus seinem angestammten Einsatzgebiet definitiv nicht vertreiben. Allerdings gibt es auch in der Druckvorstufe sehr viele Aufgabenstellungen, für die FrameMaker eindeutig wesentlich besser geeignet ist. Besonders hervorgehoben sollen hier die Funktionen im automatischen Erzeugen von Verzeichnissen und im Handling umfangreicher Werke sein, wo FrameMaker eindeutig Vorteile verbuchen kann.
 

Bernhard Schulze
Buchenweg 13
86938 Schondorf
Internet: http://www.mausklicks.de



Quelle: Frame-User-Site
 
 
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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 03.05.2004