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Auslaufmodell Ich-AG 

Bundesagentur stellt alle Förderinstrumente auf den Prüfstand
 

Die Ich-AG ist knapp zwei Jahre nach ihrer Einführung schon wieder ein Auslaufmodell. Bereits im Gesetzestext zum Reformprogramm Hartz II wird der Anspruch auf einen Existenzgründungszuschuss durch die Bundesagentur für Arbeit bis Ende 2005 befristet. 

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das im Auftrag der Bundesagentur auch das Modell der Ich-AG durchleuchtet hat, kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Interessenten für eine Existenzgründung sorgfältiger ausgewählt und gezielter gefördert werden müssen. Eben das passiere bei der Ich-AG aber zu wenig. 

Alexander Kritikos von der Viadrina-Universität in Frankfurt (Oder), einer der Verfasser des Gutachtens, verweist auf die Bedeutung der Persönlichkeit des Gründers für den Erfolg seines Unternehmens. Frühzeitig sollten deshalb potenziell Erfolgreiche von wahrscheinlich Erfolglosen getrennt werden, möglichst bevor die intensive Förderung einsetze. Die Unterstützung von Gründern sollte anschließend in bundesweit einzurichtenden Gründungszentren nach individuellen Erfordernissen erfolgen.

Eine erste Konsequenz hat die Bundesregierung bereits gezogen. Künftig müssen Ich-AG-Gründer ein Unternehmenskonzept nebst betriebswirtschaftlicher Analyse vorlegen. Der Bundesrat hat das bereits abgesegnet.

Bis dato erhielten Arbeitslose, die sich zur Gründung einer Ich-AG entschlossen hatten, ohne weitere Prüfung einen über drei Jahre absinkenden Zuschuss, vorrangig zum Bestreiten ihrer sozialen Sicherung. 2003 hatten bundesweit 93 000 Arbeitslose von der Ich-AG Gebrauch gemacht, um sich aus der Arbeitslosenstatistik zu verabschieden. Aktuell sind es über 150000 geförderte Unternehmer.
  


Stand Oktober 2004
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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 07.11.2004