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Einbindung von Übersetzungsprozessen in Dokumenten- und Content-Management-Systeme

Teil 1: Übersicht und Zusammenfassung

Moderne Redaktions- und Content Management Systeme (CMS) unterstützen bereits bei der Erstellung der Inhalte die Vorbereitung der Übersetzungsprozesse und liefern zielgenau die Inhalte an den Übersetzer, die er für eine gute Übersetzung braucht – mit oder ohne Systemunterstützung durch ein Translation Memory System (TMS). Insbesondere auch bei Aktualisierungen, wenn also nur noch die Änderungen in Texten übersetzt werden müssen, bietet ein gutes CMS umfangreiche Funktionalitäten zur Nachverfolgung der Änderungen und kostenoptimiertem Übersetzen, ohne den Übersetzer zu einem „Schnipsel-Übersetzer“ zu degradieren. Bevor Inhalte zum Übersetzen gegeben werden, wurden sie erstellt, strukturiert, gegebenenfalls auch formatiert und liegen beim Redakteur in seinem System vor. Und es kommt entscheidend auf die Art und Qualität der Ausgangsdaten an, wie schnell und wie automatisiert die Übersetzung und die Zusammenstellung der übersetzten Inhalte zu bewerkstelligen ist. Qualität bedeutet an dieser Stelle zum einen das Datenformat, zum anderen textliche und sprachliche Strukturen sowie die Granularität der Informationseinheiten (Modularisierung). Im folgenden Beitrag geht es speziell um das Zusammenspiel zwischen einem Redaktionssystem für den Bereich Dokumenten- bzw. Content Management (CMS) einerseits und dem Übersetzungsmanagement, unterstützt durch ein Translation Memory System (TMS), andererseits. 
 

Zusammenfassung und Ausblick

Es gibt noch viele weitere Aspekte, welche im Übersetzungsprozess eine große Rolle spielen und auch für bestimmte Verwaltungs- und Komfortfunktionen innerhalb des CMS von Belang sind. Beispielhaft sei hier nur die Integration von Rechtschreibprüfung und Terminologie im CMS und die Koppelung mit bereits existierenden Terminologiedatenlösungen von TMS-Anbietern genannt. Es liegt auf der Hand, dass die Standardisierung von Texten bei der verwendeten Terminologie anfangen muss. Wenn ein Hersteller beim Durchforsten seiner Textbestände für jedes „Ding“ drei verschiedene „Wörter“ vorfindet, ist klar, dass hier etwas im Argen liegt. 
Dennoch sollte klar geworden sein, dass die Vorbereitung der Inhalte im CMS für die Übersetzung im TMS in modernen Redaktionsprozessen eine bedeutende Rolle spielt. Der Einsatz und die Integration der Systeme und der Datenaustausch auf Basis von XML ermöglichen Einsparungen von bis zu 50% der Übersetzungskosten. In Zeiten schrumpfender Budgets eine beachtliche Summe, die eine Investition schnell rechtfertigt. 
Für die Zukunft muss davon ausgegangen werden, dass die häufig genannten Trends wie Produktdiversifizierung, Internationalisierung, Verkürzung der Produktzyklenzeiten, rechtliche Anforderungen usw. anhalten werden und weiterhin einen ernormen ökonomischen Druck auf die „Industrialisierung der Textproduktion“ ausüben. Das wird dazu führen, dass die Automatisierungsanforderungen steigen. Dies wiederum wird bewirken, dass CMS, TMS, Terminologiedatenbank, Rechtschreibprüfung und automatische Stilkontrollprogramme aus der Sichtweise der Anwender integriert werden müssen, denn schließlich müssen die Informationen ja immer noch von „echten Menschen“ in Texte gegossen werden, wenn auch die Formen hierfür u.U. enger und standardisierter werden.

Autor der Teile 1 bis 3:
Stefan Freisler, Geschäftsführer der SCHEMA GmbH





 

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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 30.03.2006