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Umfassende Fontbearbeitung  
mit FontLab 3.0  

Einführung 
 
Wer für seine Arbeit Fonts in hochwertiger Qualität benötigt und diese flexibel handhaben will, braucht einen Fonteditor, der es nicht nur erlaubt, Fonts umfassend und bequem zu bearbeiten, sondern der auch eine optimale Verwendbarkeit dieser Fonts sicherstellt. 

Viele Firmen verwenden für ihren Schriftverkehr und diverse Drucksachen einen ganz bestimmten Font. Werden neue Märkte im Ausland eröffnet, kann es dazu kommen, dass dieser Font nicht mehr ausreicht, weil die Zeichen aus den nun benötigten Sprachen in den Schriften nicht vorhanden sind. 

Um hier abzuhelfen, bietet FontLab umfassende Unterstützung. Zum einen ist es möglich, die Fonts beliebig zu belegen, außerdem unterstützt FontLab den Unicode-Zeichenvorrat mit nahezu allen bekannten Schriftzeichen. Wenn Sie Ihren Font also um die Zeichen einer oder mehrer Sprachen bereichern möchten, gehen Sie folgendermaßen vor: 

Starten Sie FontLab und laden Sie den Font. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um einen TrueType- oder Postscript-Type-1-Font handelt. 
Ihr Font wird im Fontfenster angezeigt. Wählen Sie nun die gewünschte Codepage aus: 

 
Abbildung 1: Auswahl der Codepage 

Nachdem Sie die richtige Codepage eingestellt haben, wird der Font entsprechend der ausgewählten Belegung dargestellt: 

 
Abbildung 2: Darstellung des Fonts 

Das Fontfenster zeigt Ihnen für die noch leeren Zellen Platzhalterzeichen an. Sie können nun die noch nicht vorhandenen Zeichen in den entsprechenden Zeichenzellen erzeugen. Es ist auch möglich, die fehlenden Zeichen aus einem anderen Font zu importieren. 

Zur Bearbeitung der Zeichen stellt FontLab eine umfangreiche Palette von Bearbeitungswerkzeugen zur Verfügung. Damit können Sie jede nur erdenkliche Zeichenmodifizierung vornehmen. Hierzu gibt es auch die Möglichkeit, diese Modifikationen zu automatisieren. Im Dialog Transformation wählen Sie die Arbeitsschritte aus, die FontLab für Sie erledigen soll. So können Sie mit einem einzigen Befehl sämtliche oder auch ausgewählte Zeichen eines Fonts beispielsweise skalieren oder mit einem Schatten versehen, die Konturen oder Metriken bearbeiten. Sogar die Kombination mehrerer verschiedener Modifikationen ist möglich. 
 

 
 
Abbildung 3: Arbeitsschritte auswählen
 
Das Vorschaufenster zeigt Ihnen, wie die Zeichen nach der Transformation aussehen. 
 
 
 
Abbildung 4: Vorschau
 
Wenn die Zeichen nun die gewünschte Form haben, können Sie ihnen den letzten Feinschliff geben. Die professionelle Optimierung der Ausgabequalität von Schriften ist eine weitere Besonderheit von FontLab. Besonders bei kleinen Anzeigegrößen kann es zu Darstellungsproblemen kommen. Diese gehen auf Unregelmäßigkeiten zurück, die durch Rundungsprobleme entstehen. Um diese Effekte zu vermeiden, benötigt der Rasterizer zusätzliche Anweisungen, z. B. dass gleich viele Pixel für ähnliche Zeichenstrukturen zu generieren sind. Diese Informationen können Sie in FontLab durch das automatische und manuelle Hinting setzen, wodurch Sie eine absolut hochwertige Ausgabequalität erreichen, die mit den Windows-Systemschriften vergleichbar ist. 

Sie sehen hier ein Beispiel dafür, wie Sie mit FontLab ein Zeichen für die Bildschirmdarstellung optimieren können. 
Das Zeichen  ist hier noch ungehintet. 
 

 
 
Abbildung 5: Bildbearbeitung
 

Das Editierfenster zeigt, wie das Zeichen bei einer Größe von 11 PPM (die Anzahl der Pixel, die in die Fonthöhe passen) aussieht. Der linke Bogen steht zu weit nach außen, auf beiden Seiten gibt es Verfettungen; d. h., es sind zu viele Pixel eingeschaltet. In der TrueType-Vorschau sind auch bei anderen PPM-Größen Unregelmäßigkeiten zu erkennen. 

 
Abbildung 6: Vorschau

Durch das automatische Hinting, das FontLab ausführt, erreicht man bereits eine Verbesserung: 
  

 
 
Abbildung 7: automatisches Hinting
 

Die Pixelverteilung ist nun gleichmäßig. In den beiden Bögen kommt es aber immer noch zu leichten Verfettungen, die im Schriftbild störend wirken. Diese kann man nur durch das manuelle Hinting bereinigen. Mit so genannten Delta-Befehlen werden die überflüssigen Pixel ausgeschaltet. 
 

 
 
Abbildung 8: manuelles Hinting
 

Die Pixel sind nun entsprechend der Outline gleichmäßig verteilt, und das Zeichen ist in dieser PPM-Größe optimal für die Ausgabe aufbereitet. 

Bevor Sie den Font abspeichern, stellen Sie in den Font-Informationen die Codepage (oder mehrere) ein, die unterstützt werden soll(en). 
 

 
 
Abbildung 9: Codepage einstellen
 

Wenn Sie nun den auf diese Weise bearbeiteten Font installiert haben, stehen Ihnen nun bei Ihrer Arbeit die kyrillischen Buchstaben zur Verfügung: 
  

 
 
Abbildung 10: fertiger Font
 

Die Bedienung des Programms ist trotz seiner komplexen Funktionalität sehr benutzerfreundlich. Neben den jederzeit verfügbaren Eigenschaftsdialogen und Popup-Menüs bietet FontLab eine spezielle Funktion, die optional die von Ihnen bearbeiteten Fonts auf möglicherweise vorhandene Fehler hin untersucht und diese auf Wunsch korrigiert. Einige weitere Funktionen machen das Programm zu einem unentbehrlichen Arbeitswerkzeug für all diejenigen, die sich mit digitaler Typografie beschäftigen. 
 
 

DTP-Software
Manfred Albracht
Dipl.-Inform.
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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 03.05.2004