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  Inhalt:
 
 
 
Änderungen, die sich aus den neuen Klassen ergeben
   
Konsequenzen für den Unternehmer
   
Zuordnung der Schutzmaßnahmen 
   
Anwendung der 
MZB-Werte

 
Tabellen
   
Autor
  

 

Neue Laserklassen

Anwendung neuer Laser entsprechend der Stellungnahme des Fachausschuss Elektrotechnik zur Berücksichtigung der Norm DIN EN 60825-1 (VDE 0837 Teil 1), 

Ausgabe 11/2001 "Sicherheit von Laser-Einrichtungen" in der Unfallverhütungsvorschrift "Laserstrahlung" (BGV B2/VBG 93)

Laser und LED (Licht emittierende Dioden) wurden schon bisher in Laserklassen 1, 2, 3A, 3B und 4 untergliedert, um deutlich zu machen, ob und unter welchen Bedingungen Gefährdungen bestehen. Die Klassifizierung ist in der Unfallverhütungsvorschrift "Laserstrahlung" und in der DIN EN 60825-1 festgelegt. 

In der Unfallverhütungsvorschrift "Laserstrahlung" BGV B2 in der Fassung vom 1. Januar 1997 mit Durchführungsanweisungen vom Oktober 1995 wurde als Grundlage für die Festlegung von Schutzmaßnahmen die Klassifizierung von Lasereinrichtungen berücksichtigt. Dabei wurden die Klassen der damaligen Norm DIN EN 60825-1 (VDE 0837 Teil 1) "Sicherheit von Laser-Einrichtungen" { im Folgenden nur EN 60825-1 genannt } bis Ausgabe 07.1994 in der Unfallverhütungsvorschrift zugrunde gelegt.

Nunmehr ist die Norm DIN EN 60825-1 grundlegend überarbeitet worden und wurde in der Fassung November 2001 veröffentlicht. In dieser Ausgabe sind die Laser-Klassen zum Teil erheblich geändert worden. Deshalb wird im Folgenden eine Handlungsanleitung gegeben, wie Laser mit neuer Klassifizierung entsprechend der gültigen BGV B2 anzuwenden sind.

Änderungen, die sich aus den neuen Klassen ergeben:

  • Lasereinrichtungen werden nach der Unfallverhütungsvorschrift "Laserstrahlung" BGV B2 und der bisherigen Norm DIN EN 60825-1 (VDE 0837 Teil 1) bis Ausgabe 03.1997 in die Klassen 1, 2, 3A, 3B und 4 mit steigendem Gefährdungsgrad eingeteilt, wobei die Gefährdung der Augen besonders berücksichtigt wird. 
  • Die neue Norm DIN EN 60825-1, Ausgabe 11.2001 enthält eine geänderte Klassifizierung mit den Klassen 1, 1 M, 2, 2 M, 3 R, 3 B und 4. Dabei bleiben die Klassen 1, 2, 3 B und 4 gegenüber der bisherigen Norm weitgehend unverändert.

  • Neu sind die Klassen 1M, 2M statt der bisherigen Klasse 3A und die Klasse 3 R als Unterklasse der Klasse 3B.

  • Lasereinrichtungen der Klasse 1M, deren Ausgangsstrahlung im Wellenlängenbereich zwischen 302,5 nm und 4000 nm ohne Verwendung optischer Instrumente (z. B. Lupen, Linsen, Teleskopen) liegt, sind vergleichbar ungefährlich wie die Klasse 1, sie können aber bei Verwendung optischer Instrumente gefährlich werden. 
  • Lasereinrichtungen der Klasse 2M, deren Ausgangsstrahlung im Wellenlängenbereich von 400 nm und 700 nm liegt, sind ohne Verwendung optischer Instrumente bei kurzzeitiger Einwirkungsdauer bis 0,25 s für das Auge vergleichbar ungefährlich wie eine Lasereinrichtung der Klasse 2; sie können aber bei Verwendung optischer Instrumente gefährlich werden.

  • Fazit:
    Sofern keine optisch sammelnden Instrumente verwendet werden, die den Strahlquerschnitt verkleinern, besteht bei Lasereinrichtungen der Klasse 1 M eine vergleichbare Gefährdung wie bei Lasereinrichtungen der Klasse 1und bei Lasereinrichtungen der Klasse 2M wie bei Klasse 2. Bei Einsatz optisch sammelnder Instrumente können aber vergleichbare Gefährdungen wie bei Klasse 3 R oder 3 B auftreten.
     

  • Lasereinrichtungen der Klasse 3R, deren Ausgangsstrahlung im Wellenlängenbereich von 302,5 nm bis 106 nm liegt, sind für das Auge potentiell gefährlich wie Lasereinrichtungen der Klasse 3 B. Das Risiko eines Augenschadens wird dadurch verringert, dass der Grenzwert der zugänglichen Strahlung (GZS) im sichtbaren Wellenlängenbereich auf das Fünffache des der zugänglichen Strahlung für Klasse 2, in den übrigen Wellenlängenbereichen auf das Fünffache des GZS-Grenzwertes der zugänglichen Strahlung für Klasse 1 begrenzt ist.

  • Fazit:
    Schon in der alten Norm waren für Lasereinrichtungen, die nur im sichtbaren Wellenlängenbereich strahlen (400 nm bis 700 nm) und deren Ausgangsleistung das 5-fache des Grenzwertes für Klasse 2 nicht überschreitet, die baulichen Anforderungen gegenüber den restlichen Lasereinrichtungen der Klasse 3 B wesentlich reduziert. Der MZB-Wert für eine ungefährliche Bestrahlung des Auges kann aber auch bei zufälliger, kurzzeitiger Einwirkungsdauer von 0,25 s überschritten werden.

Welche Konsequenzen ergeben sich für den Unternehmer aus der neuen Klassifizierung:

Zur Zeit gibt es Laser, die nach der bisherigen DIN EN 60825-1 (VDE 0837 Teil1) bis Ausgabe 03.97 in die Laserklassen 1, 2, 3A, 3B und 4 klassifiziert wurden und zunehmend neue Laser, die nach der DIN EN 60825-1 (VDE 0837 Teil 1) Ausgabe 11.2001 in die Laserklassen 1, 1 M, 2, 2 M, 3 R, 3 B und 4 klassifiziert werden. 

Spätestens ab 01.01.2004 müssen Laser, die neu in Verkehr gebracht werden, nach der neuen DIN EN 60825-1 11.2001 klassifiziert werden.

Eine Pflicht zur Klassifizierung nach den neuen Laserklassen für vorhandene Lasereinrichtungen und solche, die bis zum 31.12.2003 in Betrieb genommen werden, besteht nicht. Für Laser mit der alten Klassifizierung gilt die Unfallverhütungsvorschrift uneingeschränkt.

Weiterhin ist festzustellen, dass entsprechend § 2 Absatz 2 der Unfallverhütungsvorschrift BGV A 1 "Allgemeine Vorschriften" technische Erzeugnisse, die nicht den Unfallverhütungsvorschriften entsprechen, verwendet werden dürfen, soweit sie in ihrer Beschaffenheit die gleiche Sicherheit auf andere Weise Gewähr leisten. 

Zuordnung der Schutzmaßnahmen zu den Laserklassen:

Die neuen Laserklassen 1 M, 2 M und 3 R dürfen deshalb nach Auffassung des Fachausschusses "Elektrotechnik" verwendet werden, wenn die Forderungen der Unfallverhütungsvorschrift "Laserstrahlung" BGV B2 wie folgt angewendet werden: 

  • In § 4 Absatz 1 der Unfallverhütungsvorschrift ist bei der Forderung, dass Lasereinrichtungen den Klassen 1 bis 4 zugeordnet sein müssen und entsprechend gekennzeichnet sein müssen, sowohl die alte Klassifizierung und Kennzeichnung als auch die neue Klassifizierung und Kennzeichnung zulässig. 
  • Lasereinrichtungen der Klassen 1 und 1 M sind nach der neuen Norm durch den Hersteller nicht zwingend am Gerät zu kennzeichnen. 
  • Der § 5 Absatz 1 der Unfallverhütungsvorschrift ist erfüllt, wenn der Unternehmer den Betrieb von Lasereinrichtungen der Klassen 3 R, 3 B oder 4 anzeigt. 
  • Die Bestellung von Laserschutzbeauftragten nach § 6 der Unfallverhütungsvorschrift ist für den Betrieb von Lasereinrichtungen der Klassen 3 R, 3 B oder 4 erforderlich. 
  • Der § 7 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift ist erfüllt, wenn der Laserbereich gekennzeichnet ist, falls der Laserstrahl von Lasereinrichtungen der Klassen 2, 2M oder 3A im Arbeits- und Verkehrsbereich verläuft. 
  • Nach § 7 Absatz 2 sind Laserbereiche von Lasereinrichtungen der Klassen 3R, 3B oder 4 während des Betriebs abzugrenzen und zu kennzeichnen. 
  • In § 8 Absatz 2 sind in Laserbereichen der Klassen 3R, 3B oder 4 zum Schutze der Augen oder der Haut geeignete Augenschutzgeräte, Schutzkleidung oder Schutzhandschuhe zur Verfügung zu stellen, sofern technische oder organisatorische Maßnahmen nicht möglich sind. 
  • Nach § 8 Absatz 3 hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass Versicherte, die Lasereinrichtungen der Klassen 1M, 2, 2M, 3R, 3B oder 4 anwenden oder sich in Laserbereichen von Lasereinrichtungen der Klassen 3 R, 3 B oder 4 aufhalten, über das zu beachtende Verhalten unterrichtet werden. 
  • Nach § 11 Absatz 1 darf der Unternehmer Jugendliche in Laserbereichen, in denen Lasereinrichtungen der Klassen 3R, 3B oder 4 betrieben werden, nicht beschäftigen. In Anlehnung an das Jugendarbeitsschutzgesetz sind Jugendliche Personen, die zwischen 15 und 18 Jahre alt sind. 
  • Nach § 14 Absatz 1 hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass für Leitstrahl- und Vermessungsarbeiten nur Lasereinrichtungen der Klassen 1, 1M, 2, 2M oder 3A verwendet werden. 
  • Nach § 15 Absatz 1 dürfen für Unterrichtszwecke neben Lasern der Klassen 1 und 2 auch Laser der Klassen 1M und 2M verwendet werden, wenn neben den im Absatz 2 beschriebenen Schutzmaßnahmen zusätzlich sichergestellt ist, dass keine optisch sammelnde Instrumente den Strahlquerschnitt verkleinern. 
Anwendung der MZB-Werte:
  • In der neuen Norm DIN EN 60825-1/11:2001 (VDE 0837 Teil1) sind auch die MZB-Werte und das Verfahren zu ihrer Ermittlung geändert worden; insbesondere für den Wellenlängenbereich von 400 nm bis 600 nm, in denen eine fotochemische Gefährdung der Netzhaut des Auges vorliegen kann. 
  • Die neuen MZB-Werte der DIN EN 60825-1/11:2001 (VDE 0837 Teil1) dürfen ab sofort statt der bisherigen MZB-Werte des Anhangs 1 der Unfallverhütungsvorschrift angewendet werden. 
  • Bestehende Berechnungen der MZB-Werte und daraus festgelegte Laserbereiche müssen nicht neu bestimmt werden! 

 
Tabelle 1: Die neuen Laserklassen nach der DIN EN 60825-1/11.01
Tabelle 2:  Schutzmaßnahmen für Laser mit neuer Klasse entsprechend der zur Zeit gültigen BGV B2 - Stand 2000 - im vereinfachten Überblick
Tabelle 3: Definition der Laserklassen

 
 

BGFE
Berufsgenossenschaft der
Feinmechanik und Elektrotechnik
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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 03.05.2004