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Semiotik
Semantik
Pragmatik

 

Sprache

Semiotik, Semantik, Pragmatik - eine Einführung
 

Drei Begriffe, die zu einem Wissenschaftszweig gehören: der Linguistik. Sie streifen die Technische Dokumentation nur am Rande, aber immerhin, Berührungspunkte sind da.
 

Semiotik - die Lehre von den Zeichen und den Symbolen. 

Den Begriff der Semiotik kann man als Oberbegriff sehen, der sich in weitere Teilgebiete aufspaltet: Syntax, Semantik und Pragmatik (Synonym = Semiologie). Dabei geht es auch unter anderem um den Austausch von Zeichen; hier findet die Semiotik den Anschluß an die Allgemeine Sprachwissenschaft. Wo werden Zeichen ausgetauscht, wo haben wir es also - auch unbewußt - mit Semiotik zu tun?

  • verbale Sprache, mündlich wie schriftlich 
  • Mimik & Gestik 
  • Alphabete 
  • Bilder, z.B. in der Werbung, Zeichen, Symbole, sogar Licht 
  • taktil/olfaktorisch 
  • Kleidung 
  • paraverbale Symbole 
  • Architektur 
  • Musik, musikalische Codes, usw. 
Wie sich die Semiotik in die drei "klassischen Gebiete" Syntax, Semantik und Pragmatik aufteilt, soll die folgende Grafik zeigen:
 

 


 
Andere Bereiche der Linguistik sind

  • die Sozio- und Computerlinguistik
  • Kontaktlinguistik: 
  • Psycholinguistik
Allen Gebieten sind aber die Grundbegriffe Zeichen und Bedeutung gemein!
 

Semantik - die Bedeutung von Zeichen. 

Aus Lexikologie, Etymologie und Rhetorik hervorgegangen, kann man zwischen Wort-, Satz- und Textsemantik unterscheiden. Besonders in der Satzsemantik wird dabei auf Methoden der mathematischen Logik zurückgegriffen. 

Man kann zudem zwischen verschiedenen Arten der Untersuchung in der Semantik unterscheiden. Bei der traditionellen Semantik geht es um die Bedeutung des Einzelwortes. 

Die strukturelle Semantik untersucht Wortbedeutungen im System einer Einzelsprache. Die Bedeutung eines Wortes ergibt sich aus den Relationen zu anderen Wörtern.. Primär geht es um die Struktur des Wortschatzes sowie Inhalte und Beziehungen von Wortfeldern.

Generative Semantik erzeugt Satzbedeutungen, geht also vor allem in den Bereich der Satzsemantik hinein. Weiterhin zeigt sie Verbindungen zwischen Sätzen und Gegenständen auf und beschreibt bestimmte Voraussetzungen (Präsuppositionen) von Sätzen.

Praktische Semantik zuletzt stellt eine Art Bindeglied zur Pragmatik dar; hier wird Sprechen zur sozialen Interaktion. Bedeutungen sind Regeln des Gebrauchs sprachlicher Ausdrücke während der Interaktion. 
 

Pragmatik - die Lehre vom sprachlichen Handeln. 

Pragmatik stellt also eine Verbindung zwischen dem Denken und Sprache her. Hier geht es vor allem um das Verstehen von Aussagen - was passiert, wenn ein Zeichen auftaucht? Wie wird der Benutzer damit umgehen? Welche Interessen werden mit den Zeichen verfolgt? Beispielsweise kann die Aussage "Vorsicht bissiger Hund" als Fakt dargestellt werden; es kann aber ebensogut eine Warnung sein. Mitentscheidend kann für das Verstehen eines Zeichens der Kontext sein, in dem es auftritt. Die Pragmatik kann man deshalb auch als Teil einer Handlungstheorie sehen; Sprache ist demnach die Gesamtheit der Regeln, die in einer Sprechgemeinschaft vorkommen und denen die Sprecher meist unbewußt nachkommen, wenn sie Sprechakte vollziehen.
  

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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 04.10.2004