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Sprachlabor

Syntax

X-bar-Theorie

Restriktion und Vereinheitlichung von PSRn.
Obwohl intuitiv unsinnig, besteht in der Theorie der Phrasenstruktur-Grammatiken keinerlei Möglichkeit, PSRn der Form VP DET P N zu verbieten. 
Folgendes scheint klar zu sein: Innerhalb einer VP muß ein V auftauchen; innerhalb einer NP ein N usw. 

Prinzipien: 

  • Kopfprinzip: Jede Phrase hat genau einen Kopf. 
  • Kopfvererbungsprinzip: Die morphologischen Merkmale einer Phrase werden beim Kopf realisiert. 
  • Phrasenprinzip: Jeder Nicht-Kopf ist eine Phrase. 
  • Ebenenprinzip: Der Kopf einer Kategorie Xi ist eine Kategorie Xj, wobei 0 <= j <= i. 
Der Weg von einer komplexen Kategorie zu ihrem lexikalischen Kopf heißt Projektionslinie. Über diese werden Merkmale des lexikalischen Kopfes projiziert
Merkmale des Kopfes werden nicht über den gesamten Baum projiziert, sondern nur ein Stück t. Das Ende einer Projektionslinie ist die Ebene der Phrase

Komplexitätsebenen:

Für die lexikalische Kategorie X  {N, V, P, A} gilt: 

  • X0 ist die lexikalische Ebene 
  • Xmax ist die phrasale Ebene (= XP) 
  • Objektbeschränkung: Subkategorisierte Elemente (= Komplemente) werden auf der X1- Ebene angesetzt, d.h. X1 dominiert unmittelbar X0 und seine subkategorisierten Elemente.
Allgemeine Formulierung des X-bar Schemas:

Lexikalische Kategorien basieren auf einer Spezifikation durch die Merkmale [±N, ±V], so dass sich die folgende Zuordnung ergibt: 

N = [+N, -V]
V = [-N, +V]
A = [+N, +V]
P = [-N, -V] 

Funktionale Kategorien sind: C, I und D. 
I enthält 'Tense'-und 'AGR'-Elemente.
C enthält das Merkmal [ wh ].
D spezifiziert die Art der Referenz der NP.

Andere Kategorien sind Projektionen von lexikalischen Kategorien X gemäß des folgenden Schemas: 

  1. X' -> X  X''* 
  2. X'' -> X''*  X' 
X''* in 1. bezeichnet das Komplement von X.
X''* in 2. bezeichnet den Spezifikator von X.

Rektionsrichtung von Kategorien: 
 

 
Generalisierung des X-bar Schemas für Sätze:

Während die X-bar Theorie für Konstituenten, die kleiner sind als der Satz, gut funktioniert, scheint sie für den Satz als Phrase nicht anwendbar. 

Problem: Welche Kategorie soll expandiert werden?

Folgendes kann festgestellt werden:
In jedem finiten Satz befindet sich obligatorisch ein Flexionselement, das das Tempus (oder die Finitheit) dieses Satzes kennzeichnet: 
 

Peter konnte nicht kommen. (dt.)
Die Katze liegt auf dem Bett. (dt.)
John played football everyday.  (engl.)
ta juitian-zaochen shang feiji -le. (chin.)
er heute -morgen besteig Flugzeug (Präteritum)
han elsker Maria. (schwed.)
il aime Marie. (franz.)
él quire a Marie. (span.)
on ljubit Mariu. (russ.)
Mariam amat. (lat.)

Dieses Flexionselement heißt INFL
Wenn wir annehmen, da INFL diejenige Kategorie ist, die festlegt, ob ein Satz finit ist, und wenn weiterhin nur Sätze finit oder infinit sein können, so liegt es nahe, einen Satz als Projektion von INFL auffassen. In Verbindung mit der X-bar Theorie erhalten wir fürs Deutsche folgende Satzstruktur: 

Das charakteristische Merkmal eines Nebensatzes besteht in dem Auftreten einer nebensatzeinleitenden Konjunktion (Complementizer). Es liegt nun wiederum nahe, Nebensätze als Projektion CP dieser Konjunktion C0 aufzufassen. 

DP kann analog behandelt werden: 

Kategorieninventar:

lexikalische Kategorien: N, A, V, P 
funktionale Kategorien: C, I, D 

Rektionsbedingung für funktionale Kategorien:
 

Horst Lohnstein
 


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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 03.05.2004