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Einbindung von Übersetzungsprozessen 

Teil 3:  Koppelung zwischen CMS und TMS
 

Die grundsätzliche Funktionsweise eines TMS besteht darin, dem Übersetzer bei wiederholtem Übersetzen gleicher oder ähnlicher Dokumente auf gleiche oder ähnliche Textsegmente (vereinfacht gesagt „Sätze“) hinzuweisen und Hilfsmittel zur Modifikation bereit zu stellen. Da derzeit noch die meisten Dokumente überhaupt nicht in XML vorliegen, haben die Hersteller dieser Systeme viel Mühe auf die Erstellung von sog. „Filtern“ verwendet, welche typische weitverbreitete proprietäre Dokumentformate ‚lesen’ (z.B. Microsoft Word oder Adobe FrameMaker) können und innerhalb des TMS dem Übersetzer nur den Inhalt und nicht das Layout des Dokuments zur Verfügung stellen. Nach dem Übersetzen innerhalb des TMS erfolgt dann ein Export der Inhalte und ein Zusammenfügen mit den Layoutinformationen des Dokuments. Da unterschiedliche Sprachen unterschiedliche ‚Laufweiten’ haben, besteht i.d.R. ein gewisser Nachbearbeitungsaufwand des übersetzten Dokuments, um Details im Layout anzupassen oder zu korrigieren. Diese Beschreibung trifft also zu bei der Koppelung von DMS und TMS.

Diese Nachbearbeitungsaufwände entfallen bei einer XML-basierten Datenhaltung im CMS i.d.R., da hierbei ja die Dokumente aus dem CMS wiederum neu generiert werden, d.h. die Inhalte und das Layout über entsprechende Template-Generatoren zusammengefügt werden. Die Templates sollten hierbei natürlich so konzipiert sein, dass die unterschiedlichen Laufweiten der Sprachen berücksichtigt sind.
In beiden Fällen müssen also zwar die zu übersetzenden Texte exportiert werden, um über das TMS übersetzt werden zu können. Im Fall von XML-Daten entfallen aber Nachbearbeitungsaufwände durch Layoutkontrollprozesse. Des Weiteren ist die Isolierung von Bestandteilen, die sich seit dem letzten Übersetzungsprozess geändert haben, leichter möglich, da die Texte viel feingranularer vom CMS analysiert werden können. 
 

Workflows

Die Steuerung der Prozesse bei der Erstellung, Übersetzung und Produktion der Informationsprodukte mit Unterstützung eines CMS und TMS mit entsprechender Workflow-Funktionalität ist eine große Erleichterung für die Redaktionen. Entscheidend ist die enge Kopplung des Übersetzungsworkflows einerseits und des CMS-Workflows andererseits, damit ein reibungsloser Übergang von einem ins andere System gewährleistet ist. Von einer Integration von CMS und TMS ist insbesondere zu erwarten, dass sich bestimmte Übersetzungsaufträge aus dem CMS direkt im TMS als entsprechende Aufgaben darstellen. Idealerweise werden die Systeme so integriert, dass dies automatisch geschieht. So kann eine Übersetzungsaufgabe nahtlos im TMS-Workflow weiterbearbeitet werden, ohne zusätzlichen manuellen Aufwand zu verursachen.

Die Bedeutung der Workflowunterstützung im CMS ist um so größer, je größer die Datenmenge ist, die im System verwaltet werden. Denn wie soll im Tagesgeschäft der Redakteur bei diesen Datenmengen den Überblick darüber bewahren, welche Inhalte eines Dokumentes fertig oder in Vorbereitung sind und welche Texte noch übersetzt werden müssen. Wenn hier eine präzise Steuerung möglich ist, können Aufwendungen bereits vermieden werden, bevor die Lokalisierung überhaupt beginnt.
 

Stefan Freisler





 

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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 30.03.2006