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16-Bit Software
Absatzgestaltung
Abweichungen zur Formatvorlage
Übersetzungseinheiten
Nummerierungen und Auflistungen
Tabellarische Darstellungen
Dokumentautomation
Unzutreffende Objekte bereinigen
Einheitlich definieren
"Übersetzbarkeit" von Objekten
Bedingte Texte
Grafiken
Verankerung
Grafiktexte
Text-/Dokumentqualität
Rechtschreibung
Terminologieeinheit
Silbentrennung
Abkürzungen
Gestaltungseinheit
Autor

 

Vorbereitung
von FrameMaker-Dokumenten
für die Übersetzung mit Transit

Dieses Dokument zeigt Ihnen einige Layouttipps, mit denen die Effektivität von computerunterstützen Übersetzungen, insbesondere mit dem System Transit (wobei einiges sich noch auf die Version 2.7 bezieht), optimiert werden können.

Bei den meisten Beispielen ist es möglich, die besonderen Layout- Einstellungsvorschläge durch den Aufruf der entsprechenden FrameMaker-Funktion zu sichten. Die Darstellung der Steuerzeichen sollte dabei auch eingeschaltet werden.

16-Bit Software

Transit in der Version 2.7 ist eine 16-Bit Software. Daher sollte man möglichst vermeiden, die einzelnen Dateien mit einem Namen, der länger als 8 Zeichen ist, abzuspeichern. Darüberhinaus kann Transit keine Pfadnamen lesen, die insgesamt länger als 64 Zeichen sind. Daher sollten komplexere Verzeichnisstrukturen vermieden werden. Ab der Version 3.0 besteht dieses Problem nicht mehr. 

Absatzgestaltung

Abweichungen zur Formatvorlage

Generell ist es empfehlenwert, sich vor Beginn der Arbeit eine passende Formatvorlage zu erarbeiten. Auch in dringenden Fällen ist es letztendlich zeitsparender, schon bei der Erstredaktion ein richtiges Konzept für die Gestaltung der Dokumentation zu entwerfen, als jeden Absatz einzeln zu überarbeiten.

Eine gut gestaltete Formatvorlage erleichtert es auch – für evtl. weitere Versionen oder die Übersetzung – Automatismen über den Text laufen zu lassen, z. B. systematische Modifizierungen durch die Änderung des Absatzformats oder die Funktion Suchen/Ändern. Deshalb sollte für jede Absatzart oder Textfunktion eine entsprechende Absatzvorlage vorgesehen werden: Es sollte möglichst kein „*“ nach der Absatzart in der Funktionsleiste stehen.

Übersetzungseinheiten

Bevor ein Text mit Transit übersetzt werden kann, muss er in sogenannte „Übersetzungseinheiten“ geteilt werden. Übersetzungseinheiten werden nach bestimmten Kriterien oder Einstellungen in Transit getrennt. Solche Kriterien sind z. B. das Ende eines Satzes, die Grenzen einer Tabellenzelle oder eine Absatzschaltung. Dieser Schritt bei der Vorbereitung von Texten zur Bearbeitung in Transit heißt Segmentierung.

Diese Kriterien sollten bei der Gestaltung eines Textes, der übersetzt werden soll, beachtet werden: Es dürfen also keine Trennungskriterien zwischen zwei Elemente benützt werden, die zusammen gehören.

Beispiel:

Auf diesem Warnschild ist der Text mit Absatzumbrüchen ausgerichtet worden (siehe Einkreisung). Jedoch werden Absatzumbrüche von Transit als Kriterium für die Segmentierung von Texten erkannt. Deshalb wird der Satz, der eigentlich in eine einzige Übersetzungseinheit gehört, von Transit in 4 Einheiten geteilt. So sollte also der Text gestaltet werden, um „Transit-fähig“ zu sein:
Damit der unästhetische Zeilenumbruch nach „Service-“ erfolgt, ist an dieser Stelle ein umbruchgeschützer Bindestrich benützt worden (Tastenkombination: ESC Bindestrich w). Damit eventuell Satzteile durch einen Zeilenumbruch hervorgehoben werden, können – zur Not – manuelle Zeilenumbrüche einfügt werden wie im folgenden Beispiel. Manuelle Zeilenumbrüche sind keine Kriterien zur Segmentierung in den Standardeinstellungen von Transit.
Manuelle Zeilenumbrüche dürfen aber nicht wie Absatzumbrüche benützt werden! Im vorigen Beispiel gehörten „HINWEIS“ und „Damit die Einstiche...“ zu zwei separaten Übersetzungseinheiten. Die Teilung durch manuelle Zeilenumbrüche bewirkt aber, dass Transit an dieser Stelle nicht segmentiert. Der Text sollte also folgendermaßen aussehen: 
Noch besser ist es, wenn man ein spezielles Absatzformat für „Hinweis“ erstellt, das es erlaubt, automatisch einen Abstand unter dem Titel einzusetzen. So kann man unnötige "Überformatierungen“ vermeiden. Bei der Layoutierung von Texten, die später automatisch bearbeitet werden sollen – und computerunterstützte Übersetzung ist dabei nur einer von vielen Aspekten – gilt: Nutzung der Softwareleistungen und Fomatierungsökonomie.

Nummerierungen und Auflistungen

Auch an dieser Stelle ist es empfehlenswert, die Möglichkeiten des Systems auszunützen, und möglichst viel zu automatisieren. Im folgenden Beispiel wurden die Gliederungszeichen manuell eingetragen. Dabei weicht jeweils das Absatzformat von Standardeinstellung ab, damit der gewünschte Effekt erzielt werden kann.

Beispiel:

- Enter drücken.
-> Eintrag im Pop-Up-Fenster auswählen:
-- Interner Start
-- Externer Start
-- Servicebetrieb

Der/die Redakteur/in würde sich leichter tun, wenn er/sie die Striche und Pfeile schon in der Absatznumerierung mitnehmen würde: so müssten sie nicht jedes Mal eingetippt werden. Der Nachteil beim Importieren nach Transit ist, dass diese Zeichen von Transit als normaler Text betrachtet und behandelt werden. Es besteht also das Risiko, dass der/die Übersetzer/in die Zeichen überschreibt. Darüber hinaus werden sie auch als Übersetzungszeichen mitgerechnet und beeinflussen somit – wenn auch geringfügig – die Kostenkalkulation für die Übersetzung.
Verbesserungsvorschlag: (die Änderungen zum vorigen Beispiel sind im Fenster „Absatzgestaltung“ von FrameMaker sichtbar, wenn Sie die Maus auf den jeweiligen Absatz positionieren und [STRG[- [M] drücken)

- Enter drücken.
-> Eintrag im Pop-Up-Fenster auswählen:
-- Interner Start
-- Externer Start
-- Servicebetrieb

Mit dieser Korrektur erscheinen die Gliederungszeichen nicht in der Übersetzungseinheit unter dem Transit-Editor, und der/die Übersetzer/in kann sich somit ausschließlich mit dem tatsächlichen Übersetzungstext beschäftigen. Bei nummerierten Absatzfolgen ist selbstverständlich die selbe Vorgehensweise am effizientesten.

Tabellarische Darstellungen

Tabellen erweisen sich immer als die beste und effizienteste Lösung für tabellarische Darstellungen. Auch wenn im Layout die Spalten und Zeilen nicht durch Tabellenstriche getrennt werden sollen, ist eine unsichtbare Tabelle eine rationellere Lösung als das Setzen von Tabulatoren. Tabulatoren und andere Absatzformatanpassungen an Spalten haben außerdem Nachteile bei der Überarbeitung des Textes im Transit-Editor, wie im folgenden Beispiel angeführt.

Beispiel: 

In diesem Beispiel hat der Redakteur ein zweispaltiges Layout mit Tabulatoren gestaltet. Zeilenumbrüche mussten manuell gesetzt werden, damit der Text bündig bleibt, Spiegelstriche mussten ebenfalls manuell eingegeben werden, da keine automatische Nummerierung innerhalb eines Absatzes möglich ist.
 
 

Taste Beschreibung
Umschalttaste Mit dieser Taste werden die Eingabetasten von der numerischen Belegung auf die alphanumerische Belegung umgeschaltet.

Die Taste hat zwei LED, die den aktuellen Status anzeigen:

keine LED leuchtet

- numerische Belegung der Eingabetasten ist aktiv
- einmaliges Drücken schaltet um auf die
alphanumerische Belegung der Eingabetasten

linke bzw. rechte LED leuchtet

- linke oder rechte alphanumerische Belegung der Eingabetasten ist aktiv
- jedes Drücken wechselt zwischen linker und rechter alphanumerischer Belegung der Eingabetasten

So sieht der Text aus, wenn er nach Transit importiert worden ist.
(Die blauen Zeichen sind geschützte Steuerungszeichen, die magentafarbigen sind die Segmentgrenzen; <HR> = manueller Zeilenumbruch, <Tab> = Tabulator).

<F 0>Taste<F 1><Tab><F 0>Beschreibung«55»
|FMT - TextLine#«56+»
A-Z«57»
|FMT - Text#«58+»
Umschalttaste<Tab>Mit dieser Taste werden die Eingabetasten von der numerischen Belegung auf die alphanumerische Belegung umgeschaltet.«59»<HR>
<HR>
Die Taste hat zwei LED, die den aktuellen Status anzeigen:<HR>
<HR>
keine LED leuchtet<HR>
-<Tab><Tab>numerische Belegung der Eingabetasten ist <HR>
<Tab><Tab>aktiv<HR>
-<Tab><Tab>einmaliges Drücken schaltet um auf die<HR>
<Tab><Tab>alphanumerische Belegung der Eingabetasten<HR>
<HR>
linke bzw. rechte LED leuchtet<HR>
-<Tab><Tab>linke oder rechte alphanumerische Belegung<HR>
<Tab><Tab>der Eingabetasten ist aktiv<HR>
-<Tab><Tab>jedes Drücken wechselt zwischen linker und<HR>
<Tab><Tab>rechter alphanumerischer Belegung der<HR>
<Tab><Tab>Eingabetasten«60»

Nachteile: Die vielen Nachteile sind leicht an der Darstellung des Ergebnisses im Transit- Editor erkenntlich: 

  1. Die Segmentierung entspricht nicht den tatsächlichen Übersetzungseinheiten (z.B. enthält Segment 60 eigentlich 8 Sätze, die als Übersetzungseinheiten gelten könnten) und der Segmentierungsvorgang kann auch nicht angepasst werden (z. B. können Tabulatoren nicht als Segmentierkriterium genommen werden, da sie auch mitten in einer Übersetzungseinheit erscheinen).
  2. Durch die falsche Segmentierung ist die Full- bzw. Fuzzy-Match-Funktion von Transit nicht einsetzbar. Z. B. wären die Sätze „(rechter) alphanumerische Belegung der Eingabetasten“ gute Kandidaten für die Fuzzy-Match Funktion, wenn sie in separaten Übersetzungseinheiten stehen würden.
  3. Viele Steuerzeichen stehen mitten im Satz, was die Bearbeitung des Textes erschwert: Der/ie Übersetzer/in muss den Text zwischen den Tags überschreiben. Noch dazu muss er/sie dafür sorgen, dass die Texte zwischen den Tags ungefähr die selbe Länge als die Ausgangstexte haben. Es könnte sonst passieren, dass das Layout bei der Rückkonvertierung nach FrameMaker verschoben ist, d.h. die Zeilenumbrüche und die Tabulatoren müssten neu gesetzt werden.
Solche Nachteile haben einen beträchtlichen Einfluß auf Liefertermine und die Qualität der Übersetzung.

Verbesserungsvorschlag: Auch in dringenden Fällen ist ein durchdachtes Layoutkonzept zeitsparender als das mühsame Anpassen jedes einzelnen Absatzes an die neuen Bedürfnisse.

Wird für jede Absatzart/Textfunktion ein entsprechendes Absatzformat erstellt und bei den Auflistungen die Nummerierungsfunktion eingesetzt, sieht es auch im Transit-Editor für den/ie Übersetzer/in etwas freundlicher aus:

Taste«57»
|FMT - BodyCell#«58+»
Beschreibung«59»
|FMT - TextLine#«60+»
A-Z«61»
|FMT - BodyCell#«62+»
Umschalttaste«63»
|FMT - BodyCell#«64+»
Mit dieser Taste werden die Eingabetasten von der numerischen Belegung auf die alphanumerische Belegung umgeschaltet.«65»
|FMT - BodyCell#«66+»
Die Taste hat zwei LED, die den aktuellen Status anzeigen:«67»
|FMT - BodyCell#«68+»
keine LED leuchtet«69»
|FMT - BodyCell#«70+»
numerische Belegung der Eingabetasten ist aktiv«71»
|FMT - BodyCell#«72+»
einmaliges Drücken schaltet um auf die alphanumerische Belegung der Eingabetasten«73»
|FMT - BodyCell#«74+»
jedes Drücken wechselt zwischen linker und rechter alphanumerischer Belegung der Eingabetasten«75»
|FMT - BodyCell#«76+»
linke bzw. rechte LED leuchtet«77»
|FMT - BodyCell#«78+»
linke oder rechte alphanumerische Belegung der Eingabetasten ist aktiv«79»
|FMT - BodyCell#«80+»
jedes Drücken wechselt zwischen linker und rechter alphanumerischer Belegung der Eingabetasten«81»

Die Übersetzungssegmente (= die Segmente ohne „+“) sind absolut frei von zusätzlichen Steuerzeichen: Das erleichtert die Textverarbeitung. Ein Segment entspricht einer Übersetzungseinheit. Bei der Rückkonvertierung werden die Tabellenzellen und die Absatzformate dafür sorgen, dass alles an der richtigen Stelle steht – ohne Verschiebungen.

Dokumentautomation

Automatisch generierte Objekte und Texteinstellungen gehören zu den Funktionen, die die rationelle Gestaltung und Bearbeitung von Dokumenten unterstützen und sind daher dringend zu empfehlen. Jedoch müssen dabei gewisse Aspekte berücksichtigt werden.

Unzutreffende Objekte bereinigen

Beim Import von FrameMaker-Dokumenten in Transit werden alle Automationsobjekte mitgefiltert und somit im Transit-Editor angezeigt. Davon betroffen sind u. a. Variablen, Querverweisdefinitionen und Absatznumerierungen. Dies ermöglicht, dass z. B. auch Querverweisdefinitionen vom/von der Übersetzer/in überarbeitet bzw. vom Übersetzungsprozess ausgeschlossen werden. In vielen Fällen müssen diese Objekte auch übersetzt werden: Es ist dann wichtig, dass in der Dokumenteinstellungen nur die relevanten Objekte enthalten sind.

Wenn man die Formatvorlage von einem alten Dokument übernimmt, um sich den Neuentwurf eines Dokuments zu ersparen, passiert es aber oft, dass solche Objekte übernommen werden, obwohl sie gar nicht mehr benützt werden.

Nachteile: Die Definition dieser Objekte erscheint im Transit-Editor. 

Sie werden vom/von der Übersetzer/in überarbeitet, obwohl diese Arbeit nicht nötig und manchmal zeitraubend ist und sie werden in der Zeichenkalkulation mitgerechnet und erhöhen somit die Übersetzungskosten.

Daher ist es nötig, dass unzutreffende Objekte aus dem Dokument gelöscht werden.

Einheitlich definieren

Beim Einsatz von Objekten ist darauf zu achten, dass sie auch konsequent benützt werden. „Dubletten“ – also zwei oder mehr Objekte, die dasselbe bewirken – müssen bereinigt werden. 

Dubletten kommen besonders oft bei Querverweisen vor. 

Eine konsequenter Einsatz von Objekten erleichtert dem/r Übersetzer/in die Zuordnung Objektdefinition/Einsatzstelle des Objekts.

„Übersetzbarkeit“ von Objekten

Objekte wie Variablen und Querverweise haben ein feste Definition, d.h. sie können nur mit einer einzigen Entsprechung in der Zielsprache ersetzt werden.

Nachteile: Wenn diese Objekte im laufenden Text benützt werden, ist es nicht immer möglich, sie in fester Form zu behalten. Besonders bei Sprachen wie Finnisch oder Russisch, bei denen die Deklination bis zu 15 Fälle aufweisen kann, die auch auf den Stamm von Substantiven auswirken können, werden Wörter je nach Kontext sehr unterschiedliche Formen annehmen. Deshalb müssen diese Objekte ggf. im Zieltext gelöscht und durch einfachen Text ersetzt werden.

Das Ersetzen von Objekten durch Text kann durch den/ie Übersetzer/in in Transit nicht übernommen werden. Ansonsten würde Transit beim Export Fehler melden und die Datei nicht wieder konvertieren können. Dieser Vorgang kann erst in FrameMaker erledigt werden.

Die Lösung, die wir bisher eingesetzt haben, war folgende: Der/ie Übersetzer/in hat im Transit-Editor die richtige Form des Substantivs neben dem Objekt-Steuerzeichen in Klammern geschrieben. Der/ie Projektleiter/in hat anschließend in FrameMaker das Objekt und die Klammern gelöscht.

Wenn der Text viele solcher Objekte enthält, kann sich jedoch diese Lösung als mühsam und zeitraubend erweisen.

Deshalb sollten Objekte möglichst in „deklinationsfreien“ Kontexten eingesetzt werden, wie z. B. in Produktnamen oder Maschinennummern, die unveränderbar sind, oder in Legenden, die immer im Nominativ oder ähnlichen Fällen vorkommen. 

Querverweise auf ein Kapitel sollten in einer möglichst einfachen, übersetzbaren Form zugewiesen werden.

Beispiel:

Informationen über Dokumentautomation finden Sie im Kapitel IV, Seite 8.

Eigentlich heißt es im Französischen
Vous trouverez des informations sur les automatismes de document au chapitre IV, page 8.

Wegen der unterschiedlichen Strukturen der französischen Sprache sollte man hier also eigentlich die Querverweisdefinition ändern und einen Teil in normalen Text verwandeln. Jedoch ist auch folgende Lösung denkbar:
Au chapitre IV, page 8, vous trouverez des informations sur les automatismes de document.

Bedingte Texte

Mit dem Einsatz der Funktion „bedingter Text“ können Sie aus einem Dokument mehrere Versionen für verschiedene Verwendungszwecke erzeugen. Allerdings ist dabei zu beachten, dass bedingte Texte von FrameMaker als einzelne Objekte behandelt, und demnach von Transit entsprechend segmentiert werden.

Beispiel:

Sie können es auch auf jede beliebige Funktionskarte legen; dazu lesen Sie bitte im „Basishandbuch“ unter „Funktionskarten mit Symbolen“. In diesem Beispiel wurde der Text für die Druckdokumentation als bedingter Text (grüner Text) markiert; Diesen Text kann man ausblenden, um z. B. eine Version des Dokuments für die Online-Hilfe zu erzeugen. Nach dem Import in Transit kann man feststellen, dass dieser Satz in der Transit-Datei in 3 Segmente unterteilt ist:

|FMT - Text#«300»
<F 6>Sie können es auch auf jede beliebige Funktionskarte legen; dazu lesen Sie bitte «301»
|FMT - Cond :Print#«302»
im „Basishandbuch“ «303»
|FMT - Cond :Unconditional#«304»
unter „Funktionskaten mit Symbolen“.«305»
|FMT - Text#«306»

Da bei der Übersetzung der Text eines Satzes häufig umgestellt werden muss, ist diese Zerlegung einer Übersetzungseinheit für den/die Übersetzer/in sehr schwer zu handhaben. Entweder muss er/sie den Satz so formulieren, dass die Segmentpaare in der Ausgangs- und Zielsprache die selben Elemente beinhalten, was meistens einen sehr ungeschickten oder nicht zweckmäßigen („poetischen“) Stil erzeugt. Oder er/sie muss „mogeln“, und den Satz in der richtigen Reihenfolge schreiben. Dabei besteht das Risiko darin, dass 

  • er/sie den der zutreffenden Text in das richtige Segment schreibt (dass also nicht der entsprechende zielsprachige Text unter dem bedingten Text steht; hier erkennbar durch den Tag: Cond :Print), und
  • dass die Translation Memory Datensätze halbe Sätze enthalten, deren Übersetzung nicht in allen Fällen zutreffend ist, mit dem Risiko, dass bei einer zukünftigen Vorübersetzung eines Dokuments falsche Übersetzungen übernommen werden.
In manchen Fällen werden sogar die bedingten Texte ganz ans Ende der Datei verschoben, so dass der Bezug zum entsprechenden Satz nicht mehr erkennbar ist. 

Die Situation verschärft sich, wenn der Text noch dazu Variablen oder Querverweise enthält (in unserem Beispiel waren die Texte „Basishandbuch“ und „Funktionskarten mit Symbolen“ im Originaltext Querverweise): Die entsprechenden Tags dürfen in Transit nicht von einem Segment zum anderen verschoben werden, sonst kann die Datei nicht nach FrameMaker zurück konvertiert werden. Der/die Übersetzer/in muss dann häufig mit Tags und Satzstellungen jonglieren, was seine/ihre Produktivität und die Qualität des Zieltexts beeinträchtigt.

Verbesserungsvorschlag: Nur ganze Sätze als bedingten Text markieren.

In unserem Beispiel sollten also an dieser Stelle 2 Sätze geschrieben werden: eine für die Version des Druckdokuments (grün), und eine für die Version der Online-Hilfe (rot) mit der entsprechenden Zuweisung von bedingtem Text.

Sie können es auch auf jede beliebige Funktionskarte legen; dazu lesen Sie bitte im „Basishandbuch“ unter „Funktionskarten mit Symbolen“.

Sie können es auch auf jede beliebige Funktionskarte legen; dazu lesen Sie bitte unter „Funktionskarten mit Symbolen“.

Der Satz wird zwar im Übersetzungstext wiederholt, doch wird die Verarbeitung der Übersetzung erleichtert, wobei der 2. Satz ein hochprozentiger Match zum ersten ist.

Grafiken

Verankerung

Grafiken dürfen nie ohne Verankerung im Text eingesetzt werden: nicht verankerte Grafiken bleiben an der Stelle, an die sie kopiert wurden und folgen nicht dem Textfluss. Wegen der Textexpansion oder -reduktion, die meist bei der Übersetzung auftritt, verhalten sich nicht verankerte Grafiken in überschriebenen Dokument recht willkürlich, ihre relative Position zum Text wird nicht beibehalten.

Deshalb: Grafiken immer im dazugehörigen Absatz verankern.

Grafiktexte

Bei der Beschriftung von Grafiken gibt es in FrameMaker 2 Möglichkeiten:

Wie der Name schon sagt, kann eine Textzeile nur aus einer Zeile bestehen: d. h. wenn Sie einen Zeilenumbruch einfügen, läuft der Text nicht weiter, sondern ein neues Objekt wird kreiert. Der Text Eine „Textzeile“ kann nur aus einer Zeile bestehen wird nicht von einer Zeile in die andere fortgeschrieben, sondern besteht eigentlich aus 3 Grafikobjekten. Wenn Sie in FrameMaker im Grafikrahmen oben auf diesen Satz mit dem Auswahlwerkzeug für Grafikobjekte klicken, wird dies sichtbar. Dies hat Auswirkungen auf die Segmentierung in Transit:

|FMT - Text#«499+»
Bei der Beschriftung von Grafiken gibt es in FrameMaker 2 Möglichkeiten:«500»
|FMT - TextLine#«501+»
Textzeile«502»
|FMT - TextLine#«503+»
Eine „Textzeile“ kann«504»
|FMT - TextLine#«505+»
nur aus einer Zeile«506»
|FMT - TextLine#«507+»
bestehen.«508»
|FMT - Text#«509+»
Textrahmen«510»
|FMT - Text#«511+»
Ein Textrahmen kann einen längeren Text enthalten.«512»

Wie die Darstellung im Transit-Editor zeigt, werden diese drei Textzeilen auch in drei verschiedene Segmente geteilt, obwohl sie eigentlich zu einem Segment, also zu einer Übersetzungseinheit gehören.

Textrahmen sind also eine bessere Lösung für Grafikbeschriftungen, da sie längere Texte beinhalten können, und auch formatierbar sind, d. h. sie können die Zuweisung eines bestimmten Absatzformats erhalten und in Länge und Breite angepasst werden. 

Bei der Verwendung von Textrahmen sollte jedoch ebenfalls die Textexpansion durch die Übersetzung berücksichtigt werden: Sie sollten möglichst großzügig angelegt werden, damit sie eventuell nach der Übersetzung eine längeren Text „verkraften“ können (z. B. bei Griechisch expandiert der Text um ca. 50% im Vergleich zu einem deutschen Text). Hiermit kann man vermeiden, dass durch die Textexpansion ein Teil des Zieltextes durch die Rahmengrenzen abgedeckt wird und das Layout entsprechend nachgeabeitet werden muss.

Text-/Dokumentqualität

Zum Schluss möchte ich einige Aspekte erwähnen, die nicht ausschließlich mit dem Layout in FrameMaker zu tun haben, jedoch häufig Hindernisse bei computerunterstützter Übersetzung bilden.

Als allgemeine Regel gilt: Je logischer und fehlerfreier das Quelldokument aufgebaut ist, desto bessere Chancen gibt es, die Überarbeitung des Textes zu automatisieren.

Ein sauber strukturiertes Ausgangsdokuments verbessert nicht nur das Erstellen von Updates, sondern erleichtert auch seine Übersetzung, und besonders seine Verarbeitung mit Hilfe von computerunterstützten Übersetzungssystemen.

Rechtschreibung

Eine Rechtschreibprüfung nach den offiziell geltenden Regeln und nach der geltenden firmeninternen Terminologie sollte durchgeführt werden. Falsche Schreibweise oder kleine Unaufmerksamkeiten können z. B. einen negativen Einfluss auf die automatische Terminologieerkennung oder die Suche im Translation Memory System haben.

Terminologieeinheit

Synonyme müssen innerhalb einer Gesamtdokumentation bereinigt werden; Homonyme sollten vermieden werden. Dies hat wieder Einfluss auf die automatische Terminologieerkennung.

Silbentrennung

Bei der Silbentrennung sollten die Möglichkeiten des Systems ausgenützt werden:

Keine „kosmetischen Korrekturen“ im Text mit Hilfe von benutzergesetzten Bindestrichen und Zeilenumbrüchen erzeugen!

Folgende Funktionen sollten verwendet werden:
 


Abkürzungen

Da Abkürzungen einen orthografischen Punkt enthalten, bilden sie Ausnahmen zu den Segmentierungsregeln in einem computerunterstützten Übersetzungssystem, wenn der Punkt als Kriterium für das Ende einer Übersetzungseinheit definiert worden ist (Satzende). Deshalb ist es für uns als Dienstleister hilfreich wenn:

  1. die Abkürzungen innerhalb einer Dokumentation einheitlich sind (z. B. für „eventuell“, sollte man sich zwischen „evtl.“ oder „event.“ entscheiden und sich in der gesamten Firmendokumentation daran halten);
  2. eine Liste der firmenintern zulässigen Abkürzungen existiert, die als Vorgabe für die Redaktion von Dokumenten gilt und keine Abweichungen erlaubt; 
  3. diese Liste uns übergeben wird, damit wir sie in das System eincodieren können, um somit Segmentierungsfehler zu vermeiden.
Gestaltungseinheit

Textteile, die die selbe Funktion haben (Überschriften, Auflistungen, usw.) sollten jeweils die selbe Gestaltung haben. Dies betrifft u. a. das Absatzformat, die Groß- und Kleinschreibung, die Satzzeichen. 

Dies hilft nicht nur beim Lesen des Ausgangsdokuments, sondern hat auch auf die Verarbeitung des Textes mit computerunterstützen Übersetzungssystemen einen nicht zu unterschätzenden Einfluss.

Beispiel:

Wenn der Satz

  • Wenn grünes Licht, zum Entriegeln des Schlüssels Taster drücken.
in einem ersten Dokument übersetzt wird, wird der selbe Satz ohne Punkt in einem nächsten Dokument nicht als 100%er Match erkannt.

Deshalb hilft es hier wieder, wie bei den Abkürzungen, wenn firmeninterne Regeln für die Gestaltung von Texten festgelegt werden, und den Redakteur/innen als Arbeitsrichtlinien zur Verfügung gestellt werden.

In diesem letzten Beispiel, sollte der/die Redakteur/in festlegen, ob bei Auflistungen die einzelnen Positionen (hier: alle Absätze des Typs „Grundtext "-") mit Großbuchstaben anfangen und mit einem Punkt, Komma, usw. oder ohne Zeichen endet, und diese festgelegte Regel im ganzen Dokument befolgen.
 
 

Geneviève Granger
Itl Institut für technische LiteraturGmbH

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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 03.05.2004