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Inhalt:
 
 
 
Gestaltungselement „Text“
Gestaltungselement „Diagramm“
 Komposition
Farben und Formen

 

Was muss ich bei einer guten Visualisierung beachten?
 

Eine gute Visualisierung muss in aller Regel gründlich überlegt werden, bevor sie in die Tat umgesetzt werden kann. Dies wird, abhängig von der jeweiligen Situation, mal mehr und mal weniger möglich sein.
 
 

Zur gründlichen Vorbereitung einer Darstellung macht man wie beim guten alten Schulaufsatz als ersten Schritt eine Stoffsammlung. Man sammelt also zunächst alle möglicherweise brauchbaren Informationen zum Thema und selektiert dann, als zweiten Arbeitsschritt, die wesentlich erscheinenden Inhalte aus der zur Verfügung sehenden Stofffülle.

Im dritten Schritt werden die durch die Grobauswahl gefundenen Inhalte weiter komprimiert. Hierfür könnten die folgenden Leitfragen verwendet werden:

  • Was will ich darstellen?
  • Wozu soll die Darstellung dienen?
  • Wen will ich informieren oder überzeugen?
Erst nach dieser planerischen Arbeit geht es um die Visualisierung im engeren Sinne, wie die geplanten Inhalte dargestellt werden sollen.

Für die Herstellung einer Visualisierung werden inhaltliche Elemente benötigt, mittels derer die Informationen logisch aufgebaut werden. Die visuelle Darstellung ist in der Regel eine Zusammenstellung (Komposition) verschiedener Elemente. Zu den Gestaltungselementen gehören:

  • Text
  • Freie Graphik und Symbole
  • Diagramme


Gestaltungselement „Text“

Wie Untersuchungen gezeigt haben, kommen (schriftliche) Informationen am ehesten beim Empfänger an, wenn die folgenden Regeln beachtet werden:
 
 

1.      Auf gute Lesbarkeit achten

  • Auf gute Lesbarkeit achten!
  • einfache Schrifttypen wählen!
  • Lesegewohnheit beachten!
  • Immer von links nach rechts schreiben. Die Darstellung links oben beginnen. Groß- und Kleinbuchstaben verwenden.


2.      Die vier „Verständlichmacher“ beachten

  • Einfachheit
  • Geläufige Wörter verwenden. Kurze Sätze bilden.
  • Gliederung / Ordnung
  • Überschriften und Zwischenüberschriften verwenden. Optische Blöcke bilden.
  • Kürze / Prägnanz
  • Die Aussagen auf das Wesentliche beschränken. Im Weglassen liegt die Kunst!
  • Zusätzliche Stimulans
  • Farben einsetzen; Beispiele geben; Bilder und Skizzen verwenden.
Gestaltungselement „Diagramm“

Diagramme sind Darstellungsformen für bestimmte Sachverhalte. Diagramme dienen, je nach Darstellungsform, der Gegenüberstellung von z.B. absoluten Zahlen, Entwicklungsabläufen oder Größenverhältnissen sowie der Veranschaulichung von Bestandsgrößen, Abläufen und Strukturen... . 

Beispiele hierfür sind:
 

  • Liste und Tabelle

  • Sie stellen eine gute Möglichkeit dar, Zahlen oder Werte transparent zu machen.
  • Kurvendiagramme

  • Sie eignen sich besonders für ein Aufzeigen von Entwicklungsverläufen und die vergleichende Darstellung von Prozessen.
  • Säulen- Balkendiagramme

  • Sie bieten die Möglichkeit, zwei oder auch mehrere Größen im vergleich darzustellen. Sie zeigen Unterschiede absoluter Zahlen, nicht Verläufe, auf; sie sind daher besonders geeignet zur Gegenüberstellung von Werten.
  • Kreis- und Tortendiagramme

  • Sie stellen immer das Ganze und seine Teile dar.
  • Organigramm / Aufbau- und Ablaufdiagramm / Netzplan

  • Sie dienen der Darstellung von Strukturen und Abläufen. Sie eignen sich zur Wiedergabe von (komplexen) Zusammenhängen.
  • Portfoliodiagramme

  • Sie dienen der Darstellung von relativen Größen und der Positionierung der einzelnen Objekte untereinander an. Sie werden gerne verwendet für Marktanalysen und -positionierungen.


Komposition

Die Gestaltungselemente Text, freie Grafik, Symbole und Diagramme werden auf dem Poster zu einer präsentationsreifen Vorlage zusammengestellt. Um eine möglichst gelungene Gesamtdarstellung zu erreichen, sollten folgende Punkte bedacht werden:

  • Blattaufteilung
  • Logik und Anordnung
  • Farben und Formen
Blattaufteilung
Um eine klare Struktur in der Darstellung zu erzielen, ist es zunächst notwendig, die Blattaufteilung zu bedenken. Hier ist es hilfreich das Poster mit einem Raster aufzuteilen, d.h. in der Breite und/oder Höhe zu halbieren, zu dritteln oder zu vierteln. Im zweiten Schritt ist dann festzulegen, welche Gestaltungselemente bzw. Teile davon in welcher Teilfläche untergebracht werden.

Anordnung und Logik
Für das Anordnen der Gestaltungselemente innerhalb des gewählten Grobrasters gibt es einige Grundmuster, die als Orientierung genutzt werden können, dies sind:

  • Symmetrie
  • Reihung
  • Rhythmus
  • Dynamik
Wichtig ist bei der Anordnung der Gestaltungselemente, dass sie nicht zufällig in der einen oder anderen Art platziert werden, sondern dass sich in der Anordnung der Elemente die logische Struktur dessen widerspiegelt, was dargestellt werden soll. Man kann sich hierzu bei der Planung einer Visualisierung fragen:
  • Soll etwas in seiner Gesamtheit mit seinen Bestandteilen dargestellt werden?
    geeignet ist: Symmetrie / Netzbild
  • Sollen Rangstufen/Hierarchieebenen dargestellt werden?
    geeignet ist: Reihung / Organigramm
  • Sollen Ursachen und deren Auswirkungen aufgezeigt werden?
    geeignet ist: Dynamik
  • Sollen Dinge miteinander verglichen werden?
    geeignet ist: Reihung / Säulen- und Balkendiagramm / Portfolio


Farben und Formen

Neben dem bisher gesagten, ist der Einsatz von Farben und Formen sorgfältig zu planen, denn:

Farben und Formen sind Bedeutungsträger

Durch eine sinnvolle Verwendung von Farben und Formen werden:

  • wichtige Informationen hervorgehoben,
  • Zusammenhänge verdeutlicht,
  • Querverweise zwischen mehreren Darstellungen hergestellt

  • aufeinanderfolgende Darstellungen miteinander verbunden.
Zusammenfassende Tipps zur Gestaltung von Plakaten
 
  • Verwenden Sie nur wenige Farben pro Darstellung, zuviel Farbe macht allerdings nur noch bunt und kann leicht verspielt wirken.
  • Gestalten Sie die Visualisierung großzügig. Aus diesem Grunde verbieten sich lange oder schwierige Worte ebenso wie zu kleine Schriftgrößen (s.o.).
  • Bilden Sie Blöcke; fassen Sie Sinneinheiten (auch) dadurch zusammen, dass Sie diese räumlich nah beieinander abbilden!
  • Setzen Sie für vom Sinn her zusammengehörende Sachverhalte immer die gleiche Farbe und Form ein!
  • Heben Sie Wichtiges hervor, z.B. durch die Farbe Rot oder durch Umrahmung, Unterstreichung oder Schraffur!
  • Verwenden Sie Freiflächen als Gestaltungselement; lassen Sie ausreichend Raum frei!
  • Nutzen Sie die stimulierende Wirkung der freien Grafik; malen Sie auch mal ein „Bildchen“!


Zum Abschluss noch eine grundsätzliche Empfehlung. Bitte Vergessen Sie nicht, dass die Kunst der Visualisierung nicht darin liegt, die Fülle der zur Verfügung stehenden Informationen abzubilden, sondern eher im Gegenteil:
 

Im Weglassen liegt die Kunst!


Stellen Sie jeweils soviel wie nötig und sowenig wie möglich dar. Es wirkt nicht die Fülle des Angebotes, sondern deren Aussagekraft und die Qualität.
 

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© ADOLPH Verlag GmbH - Letztes Update 03.05.2004